FC Bayern "Dümmer kann man es nicht formulieren"

Millionenstrafe statt Punktabzug - Rummenigge und Beckenbauer toben trotz des Vergleichs.

München - Einen Tag nach dem Vergleich in der Kirch-Affäre hat der FC Bayern München die Zusammenarbeit mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) für beendet erklärt. "Wir möchten mit dieser DFL nichts mehr zu tun haben", sagte Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende der Profi-Abteilung der Münchner, am Sonntag m Deutschen Sportfernsehen. Gleichzeitig kündigte Rummenigge den Rückzug der Bayern-Vertreter aus allen Verbands-Gremien an. Hintergrund ist die Verärgerung der Bayern über die Erklärung der DFL nach dem Vergleich.

"Die ganze Pressemitteilung der DFL ist eine Beleidigung für den FC Bayern. Wir haben gestern Abend schriftlich einen Vergleich geschlossen, und ein Vergleich ist normalerweise eine Befriedung. Aber durch diese Erklärung wird der Fall noch einmal aufgeblasen", schimpfte Rummenigge bereits am Samstag. Auch Vereinschef Franz Beckenbauer sah es ähnlich: "Dümmer kann man eine Presseerklärung nicht formulieren."

"Einem Uli Hoeneß moralische Verwerflichkeit vorzuwerfen, ist ein Witz. Das vergiftet die Atmosphäre", tobte Rummenigge, "Uli hat maßgeblich zu diesem TV-Vertrag beigetragen, wodurch die Vereine überhaupt so viel Geld bekommen haben."

"Ein Verstoß gegen die im Sport unverzichtbare Fairness"

Juristisch war die Bayern-Kirch-Affäre mit einem Vergleich beendet wurden. Die Münchner zahlen drei Millionen Euro an die DFL und eine karitative Organisation, der Ligaverband sieht von einer Bestrafung – etwa Punktabzug - ab.

Nach Ansicht der DFL hätten die Münchner, die insgesamt 42 Millionen Mark aus dem vom manager magazin aufgedeckten geheimen TV-Vermarktungsvertrag mit der Kirch-Gruppe erhielten, den Kontrakt dem Ligaverband vorlegen müssen. Der Club hätte zudem die Gelder "der gesamten Liga zu Verfügung stellen müssen". Das ganze Verhalten der Bayern sei, so die DFL, ein Verstoß "gegen die im Sport unverzichtbare Fairness".

FC Bayern: "Wir haben die Schnauze voll" FC Bayern: Des Kaisers mächtiger Männerbund

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.