Irak-Krieg Schüsse auf Reporter

Die Angst vor Attentaten wächst, nachdem in der Nacht ein US-Soldat erschossen wurde. Nahe Tikrit kamen am Morgen Reporter unter Feuer.

Bagdad - Ein CNN-Team war am Sonntagmorgen mit laufender Satelliten-Kamera in einen verlassenen Vorort von Saddam Husseins Heimatstadt Tikrit gefahren, wo die Fahrzeugkolonne der Reporter plötzlich unter Beschuss geriet. Die Stadt wird nach wie vor von Saddam-loyalen Truppen kontrolliert.

Zunächst waren die Journalisten an einer Straßenkontrolle aufgefordert worden, sich bei der Zentralregierung der Stadt eine Dreherlaubnis zu holen. Die Kolonne verließ die Stadt daraufhin wieder und wurde umgehend beschossen und für kurze Zeit verfolgt. Durch die Schüsse wurde einer der Landrover beschädigt und mindestens eine Person durch Glassplitter leicht verletzt. Entlang der rund zweistündigen Fahrtstrecke von Bagdad nach Tikrit filmten die Reporter zahlreiche verlassenen Militärfahrzeuge, deren Besatzungen offenbar geflüchtet sind.

Saddams Heimatstadt unter Beschuss

Bis auf Tikrit, die Heimatstadt des untergetauchten Staatschefs Saddam Hussein, haben die Alliierten inzwischen alle wichtigen Städte des Landes eingenommen. Tikrit war mit seinen weiträumigen Präsidentenpalästen in den vergangenen Tagen immer wieder Ziel heftiger Luftangriffe. Nach Berichten des US-Senders CNN rücken inzwischen auch Bodentruppen auf die Stadt vor.

In Bagdad flauten unterdessen die Plünderungen etwas ab, "wohl nur, weil es kaum noch etwas zu plündern gibt", berichtete ein BBC-Korrespondent am Sonntagmorgen. Allerdings mindert das nicht die Angst der Bevölkerung und der anwesenden alliierten Soldaten. Bei einem solchen Überfall wurden drei malaysische Journalisten vorübergehend von Unbekannten entführt, ihr Übersetzer kam ums Leben. Bei einem Angriff auf ein Krankenhaus wurde ein US-Soldat erschossen.

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