MG Technologies Geldwerter Trick

Kajo Neukirchen wird sein erzwungener Abgang bei MG Technologies dank einer raffinierten Vertragspraxis wohl mit rund sechs Millionen Euro versüßt.

Hamburg - Unter Berufung auf einen nicht namentlich genannten MG-Aufsichtsrat berichtet das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL, dass Neukirchen, der am vergangenen Donnerstag seinen Abgang von der MG-Spitze zum 30. Mai dieses Jahres angekündigt hatte, diese stattliche Summe einer umstrittenen Trickserei des MG-Aufsichtsrats verdankt, mit der sein Vertrag vorzeitig verlängert worden war.

Ursprünglich lief der Vertrag bis Ende 2003. Laut Aktiengesetz darf er "frühestens ein Jahr vor Ablauf der bisherigen Amtszeit" verlängert werden. Doch die Aufsichtsräte umgingen das Gesetz.

Schon im Juli 2001 lösten sie den vorigen Vertrag auf, so dass Neukirchen zumindest für eine Sekunde entlassen war, und gaben dem Vorstandschef dann einen neuen Kontrakt. Das kam dem umstrittenen Manager jetzt zugute, als die Großaktionäre ihn tatsächlich entlassen wollten. Neukirchen konnte die Auszahlung seiner Bezüge bis Juli 2006 verlangen.

Für Aufsehen hatte Neukirchen bei seinem früheren Arbeitgeber Hoesch gesorgt, den er nach einem Jahr mit einer Abfindung von 3,3 Millionen Euro verließ. Das war ihm offenbar zu wenig. Neukirchen forderte zusätzlich noch eine Entschädigung in Höhe von über einer Million Euro dafür, dass er auf das Wohnrecht in einer Dienstvilla verzichtet, das ihm Hoesch gewährt hatte.

MG Technologies: Kajo Neukirchen geht Kajo Neukirchen: Persönliche Erklärung zum Rücktritt

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