Dienstag, 23. Juli 2019

Mannesmann/Vodafone Chronik einer Übernahmeaffäre

6. Teil: Das Urteil

23. Juni 2004: Die Staatsanwaltschaft beginnt mit ihrem Schlussplädoyer. Die Ankläger halten an allen Vorwürfen fest.

Forderten Haftstrafen: Die Staatsanwälte Puls, Schröter und Negenborn (von links)
24. Juni 2004: Nachdem Ackermann-Verteidiger Eberhard Kempf am Vorabend einen schweren Autounfall hatte, sagt Richterin Brigitte Koppenhöfer den 34. Prozesstag ab. Unterdessen machen Gerüchte die Runde, das die Ankläger hohe Haftstrafen fordern werden.

30. Juni 2004: Am zweiten Tag ihres Schlussplädoyers fordern die Staatsanwälte drei Jahre Haft für Ex-Mannesmann-Aufsichtsratschef Joachim Funk, zweieinhalb Jahre Haft für Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser und zwei Jahre auf Bewährung für Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann.

08. Juli 2004: Die Verteidiger von Josef Ackermann, Joachim Funk, Klaus Zwickel und Jürgen Ladberg halten ihre Schlussvorträge. Alle plädieren auf Freispruch.

14. Juli 2004: Auch die Anwälte von Klaus Esser und Dietmar Droste plädieren für ihre Mandanten auf Freispruch. In ihren "letzten Worten" bekräftigen alle Angeklagten ihre Unschuld.

22. Juli 2004: Nach sechsmonatiger Verhandlungsdauer spricht das Gericht Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und die übrigen Angeklagten frei. Die Vorsitzende Richterin Brigitte Koppenhöfer sah die Tatvorwürfe der schweren Untreue als nicht erfüllt an. Zunächst wollte die Staatsanwaltschaft nicht sagen, ob sie gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof in Karlsruhe einlegen wird.

23. Juli 2004: Nur einen Tag nach dem Urteil kündigt die Staatsanwaltschaft an, Revision einzulegen. Jetzt mus sich der Bundesgerichtshof in Karlsruhe mit dem Fall beschäftigen.

22. September 2004: Der Staatsanwaltschaft liegt nun die 187 Seiten starke Urteilsbegründung vor. Bis zum 18. Oktober haben die Ankläger nun Zeit, ihren Revisionsantrag zu begründen.

15. Oktober 2004: Die Staatsanwaltschaft reicht die Begründung ihres Revisionsantrags ein. Die Anklage rügt in erster Linie eine ihrer Ansicht nach fehlerhafte Anwendung des Untreuetatbestands (Paragraph 266 StGB).

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