Sonntag, 15. September 2019

Mannesmann/Vodafone Chronik einer Übernahmeaffäre

3. Teil: Die Anklage

20. August 2001: Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf weitet ihre Ermittlungen zu etwaigen Unregelmäßigkeiten bei der Übernahme des Mannesmann-Konzerns durch Vodafone aus. Wegen des Verdachts der Untreue oder der Beihilfe dazu ermittelt die Anklagebehörde inzwischen nicht nur gegen Esser, sondern auch gegen IG-Metall-Chef Klaus Zwickel und Deutsche-Bank-Vorstandsmitglied Josef Ackermann.

27. August 2001: IG-Metall-Chef Klaus Zwickel wehrt sich gegen Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Düsseldorf im Zusammenhang mit den Millionen-Abfindungen für Manager des Mannesmann-Konzerns.

28. August 2001: Zwickel räumt erstmals öffentlich ein, mit seiner Stimmenthaltung bei der Vergabe von Millionen-Zahlungen an Spitzenmanager von Mannesmann Fehler gemacht zu haben.

11. Juni 2002: Die verbliebenen Kleinaktionäre von Mannesmann werden von Vodafone im Wege des so genannten "Squeeze out-Verfahrens" zum Kurs von 218 Euro aus der Gesellschaft ausgeschlossen.

Vor dem Richter: Ex-Mannesmann-Chef Klaus Esser (r.) mit seinem Anwalt Ralph Wollburg im Düsseldorfer Landgericht
24. Juli 2002: Der Rechtsanwalt von Zwickel spricht sich im Zusammenhang mit der möglichen Anklageerhebung gegen seinen Mandaten für eine Ablösung der Staatsanwälte aus.

25. Juli 2002: Angesichts einer drohenden Anklage entbrennt zwischen Zwickel und der zuständigen Staatsanwaltschaft ein heftiger Streit. Zwickel bezichtigt die Ermittler der Voreingenommenheit. Politiker aus Union und FDP fordern Zwickel und Ackermann zum Rücktritt auf.

31. Juli 2002 Esser reicht beim Landgericht Düsseldorf eine Amtshaftungsklage gegen das Land Nordrhein-Westfalen als Dienstherr der Staatsanwaltschaft ein. Darin wirft der Manager den Staatsanwälten Amtspflicht-Verletzungen und Rufschädigung vor. Er verlangt Schadenersatz und Schmerzensgeld.

27. August 2002: Esser scheitert mit seiner Beschwerde gegen die Düsseldorfer Justiz. Die Generalstaatsanwaltschaft Köln weist den Vorwurf des Managers zurück, dass der oberste Düsseldorfer Ermittler Lothar Sent im Verfahren gegen Esser wegen des Verdachts der Untreue Dienstgeheimnisse an Medien verraten hat.

7. Februar 2003: Das nordrhein-westfälische Justizministerium ermöglicht eine Anklage in der Mannesmann-Affäre.

17. Februar 2003: Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen sechs Personen. Dabei handelt es sich um Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, IG-Metall-Chef Klaus Zwickel, den früheren Mannesmann-Chef Klaus Esser sowie um den ehemaligen Mannesmann-Aufsichtsratschef Joachim Funk, den früheren Konzernbetriebsratsvorsitzenden Jürgen Ladberg und den einstigen Personalvorstand Dieter Droste.

Demnächst vor dem Richter: Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann
19. September 2003: Das Landgericht Düsseldorf hat seine Entscheidung gefällt und die Untreue-Klage gegen Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann und fünf weitere Beteiligte zugelassen. "Das Management ist nach wie vor überzeugt, dass Ackermann sich zu jeder Zeit korrekt und sachgerecht verhalten hat und hält die gegen ihn erhobene Anklage für unbegründet", sagt ein Sprecher von Deutschlands größtem Kreditinstitut in einer ersten Stellungnahme.

Ackermann habe die volle Unterstützung vom Vorstand und Aufsichtsrat der Bank, heißt es weiter. An der Börse fiel die Aktie der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen im Rahmen des Gesamtmarktes um 0,5 Prozent auf 58,92 Euro.

24. Oktober 2003: Das Landgericht Düsseldorf legt die Verhandlungstermine für das Mannesmann-Verfahren fest. Erster Prozesstag ist der 21. Januar 2004.

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