Dienstag, 23. Juli 2019

Mannesmann/Vodafone Chronik einer Übernahmeaffäre

2. Teil: Die Einigung

28. Januar 2000: Mannesmann-Chef Esser will nach Presseberichten mit seinem Unternehmen bei AOL Europe - damals noch geleitet vom später entlassenen Andreas Schmidt - einsteigen, um die feindliche Übernahme abwehren zu können. Er gibt AOL Börsen-Chart zeigen dann aber am 3.2.2002 unvermittelt einen Korb.

Übernahme-Sieger: Vodafone-Chef Chris Gent
30. Januar 2000: Esser läßt die bereits unterschriftsreifen Verhandlungen mit Vivendi scheitern. Noch am selben Tag geben Vodafone Börsen-Chart zeigen und Vivendi Universal Börsen-Chart zeigen die Gründung einer gemeinsamen Internet-Firma bekannt, wenn Vodafone über 50 Prozent der Mannesmann-Anteile erwirbt. Mannesmann hat damit einen möglichen Retter verloren.

31. Januar 2000: Funk, der Aufsichtsrats-Vorsitzende von Mannesmann, sagt Esser zu, dass er nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand auf Lebenszeit einen Wagen mit Fahrer und ein Büro mit Sekretärin in Anspruch nehmen könne. Diesen Anspruch ließ Esser sich später abkaufen - für zwei Millionen Euro.

2. Februar 2000: Canning Fok von Hutchison Whampoa Börsen-Chart zeigen bedrängt Esser, der Übernahme durch Vodafone zuzustimmen.

3. Februar 2000: Vodafone und Mannesmann einigen sich. Am späten Abend besiegeln Gent und Esser die Einigung mit einem Händedruck in der Mannesmann-Zentrale am Düsseldorfer Rheinufer.

Unmittelbar zuvor hatte Esser seinen Widerstand gegen die Übernahme aufgegeben, da die geplante Kooperation mit Vivendi gescheitert war. Vodafone zahlt für die Mannesmann-Übernahme rund 190 Milliarden Euro in Aktien. Klaus Esser wird bis auf weiteres Vizechef bei Vodafone.

4. Februar 2000: Der Aufsichtsrat von Mannesmann stimmt der Übernahme zu und bewilligt Sonderzuwendungen an Funk, Esser und vier weitere Vorstandsmitglieder von insgesamt 48 Millionen D-Mark.

17. Februar 2000: Der Aufsichtsrat von Mannesmann beruft Esser auf Wunsch von Vodafone mit Wirkung zum 31. Juli 2000 vorzeitig ab und gewährt ihm eine weitere Abfindung von 30 Millionen D-Mark.

23. Februar 2000: Esser gerät wegen seiner Rekordabfindung in Höhe von 60 Millionen D-Mark ins Visier der Justiz. Die Änwälte Binz und Sorg stellen angesichts der Höhe der Abfindung Strafanzeige wegen des Verdachts der Untreue bei der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft.

21. März 2000: Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf verneint einen Anfangsverdacht und lehnt die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens gegen Esser und andere ab.

27. März 2000: Der Mannesmann-Aufsichtsrat beschließt in den Räumlichkeiten der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen in Frankfurt, die so genannten Alternativpensionen pensionierter Vorstandsmitglieder mit 63,5 Millionen D-Mark abzufinden.

3. April 2000: Die Anwälte Binz und Sorg legen bei der Generalstaatsanwaltschaft Beschwerde gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Düsseldorf ein.

17. April 2000: Die Übernahme von Mannesmann durch Vodafone wird rechtlich vollzogen. Vodafone-CEO Chris Gent wird Vorsitzender des Aufsichtsrats von Mannesmann.

Er segnete die hohen Zahlungen mit ab: Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank
30. Januar 2001: Vodafone-CEO Chris Gent nimmt den früheren Mannesmann-Chef vor dem Vorwurf in Schutz, bei der größten Übernahmeschlacht der Wirtschaftsgeschichte vor allem sein eigenes Wohl im Blick gehabt zu haben.

12. März 2001: Die Generalstaatsanwaltschaft gibt der Beschwerde von Binz und Sorg statt und weist die Staatsanwaltschaft Düsseldorf an, gegen Esser und Mitglieder seiner Führungsmannschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue und anderer Vorwürfe einzuleiten.

13. März 2001: Esser bestreitet abermals, den Übernahmekampf mit Vodafone zur eigenen Bereicherung benutzt zu haben.

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