Mittwoch, 20. November 2019

Wiederaufbau "Made in Germany hat im Irak einen ausgezeichneten Ruf"

Ein US-Logistiker erhält den ersten Nachkriegsauftrag von der Regierung. An der bis zu 100 Milliarden Dollar teuren Erneuerung der Infrastruktur des Irak will Europa jedoch auch mitverdienen. Die Deutschen spielen dabei eine Sonderrolle.

Washington/Berlin - "Natürlich können die USA den Krieg allein gewinnen. Die Neuordnung des gesamten Nahen Ostens können sie jedoch anschließend nicht allein bewerkstelligen", sagte SPD-Fraktionsvize Gernot Erler der "Berliner Morgenpost".

 Ruine in Bagdad: Beim Wiederaufbau im Irak werden Milliarden umgesetzt
[M]DPA;mm.de
Ruine in Bagdad: Beim Wiederaufbau im Irak werden Milliarden umgesetzt
Neben Hilfsleistungen für den Irak und einem politischen Mitwirken fordern die europäischen Staaten auch eine Beteiligung an den möglicherweise ihre eigene Konjunktur belebenden Wiederaufbau-Arbeiten in der Region.

Allen voran macht sich Großbritannien als engster Verbündeter der USA Hoffnungen auf große Aufträge für die Zeit des Friedens. Schon jetzt gibt es dazu acht Ausschreibungen der US-Behörden mit einem Volumen von insgesamt 900 Millionen Dollar.

4,8-Millionen-Auftrag für Hafenstadt Umm Kasr

Londons Wirtschaftsministerin Patricia Hewitt verhandelt bereits mit der U.S. Agency for International Development (USAID), um britische Unternehmen an einem Wiederaufbau-Programm zu beteiligen. Die heimischen Baukonzerne Balfour Beatty und Amec könnten dabei ebenso zum Zuge kommen wie der zum deutschen Energiekonzern RWE Börsen-Chart zeigen gehörende Wasserversorger Thames Water, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Doch auch der französische Ölkonzern Total Fina Elf Börsen-Chart zeigen erwartet, am Geschäft mit Öl- und Gasfeldern des Iraks nicht leer auszugehen. Wie viele andere französische Unternehmen hat der Konzern langjährige Verbindugen und Handelsbeziehungen zum Irak.

Den ersten Auftrag - Wert: 4,8 Millionen Dollar - hat USAID bereits vergeben - das US-Transportunternehmen Stevedoring Services of America aus Seattle soll die wirtschafliche Leitung des irakischen Hafens Umm Kasr führen. Dabei geht es in erster Linie um den Nachschub an Nahrungsmitteln und Material.

Fünf große US-Bauunternehmen bieten bereits für den Wiederaufbau mit. In einem Schnellverfahren könnte das kalifornische Bauunternehmen Bechtel ebenso zum Zuge kommen wie Kellogg Brown & Root, eine Tochtergesellschaft des texanischen Ölfeldausrüsters Halliburton. Deren Vorstandschef war bis zum Jahr 2000 der heutige US-Vizepräsident Dick Cheney. Kellogg Brown hat bereits einen Regierungsauftrag: Das Unternehmen soll einen Plan für die Bekämpfung brennender Ölquellen im Irak ausarbeiten.

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