Freitag, 6. Dezember 2019

Wiederaufbau "Made in Germany hat im Irak einen ausgezeichneten Ruf"

2. Teil: "Traumhafte Geschäfte" für Deutsche im Nahen Osten

Investitionen von bis zu 100 Milliarden Dollar?

Internationale Organisationen und Behörden anderer Länder sollen nach den Worten des USAID-Chef Andrew Natsios bei den Plänen für einen langfristigen Wiederaufbau noch eingebunden werden.

Experten taxieren dafür Gesamtinvestitionen von 25 bis 100 Milliarden Dollar, die Uno beziffert die Gesamtsumme in einer ersten Schätzung auf 30 Milliarden Dollar. Das Geld müsse ins Gesundheitswesen, Verkehrswege, Telekommunikation, Wasser- und Abwassereinrichtungen investiert werden. Ob dabei auch deutsche Konzerne eine Chance bekommen?

Riedl: Der Irak schätzt deutsche Wertarbeit

"Made in Germany hat im Irak einen ausgezeichneten Ruf. Das könnte nach dem Ende des Krieges der deutschen Wirtschaft beim Wiederaufbau des Landes zugute kommen", sagte Erich Riedl (CSU), Ex-Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und ehemaliger Irak-Beauftragter seiner Fraktion, gegenüber der "Süddeutschen Zeitung" (SZ).

Riedl hatte noch vor einem Vierteljahr selbst Gespräche mit dem stellvertretenden irakischen Ministerpräsidenten Tariq Aziz und Industrieminister Myassar Rijah Shlah geführt.

Langjährige Kontakte sollten genutzt werden

Ein Teil der irakischen Oberschicht, die vor dem Krieg die Kontrolle über die Bodenschätze der Region hatte, werde auch nach einem Sturz von Saddam Hussein an den Schalthebeln der Macht bleiben, prognostiziert Riedl.

Noch in den siebziger Jahren hätten deutsche Konzerne Straßen, Kraftwerke, Staudämme und öffentliche Gebäude im Irak errichtet und ausgestattet, laut Riedl waren es "traumhafte Geschäfte". Dabei seien Kontakte entstanden, die in der erwarteten Wiederaufbau-Phase von Nutzen sein könnten.

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