Lufthansa Vorstand und Flugplan auf Sparflamme

Nicht mehr vier sondern künftig nur noch drei Vorstände sollen den Konzern führen. Gespart wird erneut auch bei den Flügen - gen USA bleiben mehr Flieger am Boden als vor dem Irak-Krieg geplant.

Frankfurt - Mit dem Wechsel des derzeitigen Passage-Chefs Wolfgang Mayrhuber an die Spitze der Lufthansa  wird sich die Konzernführung verschlanken. Die Zahl der Konzernvorstände und der Bereichsvorstände bei Lufthansa Passage Airlines solle verringert werden.

Außerdem wird wegen eines deutlichen Nachfragerückgangs vor allem durch den Irak-Krieg erneut das Flugangebot reduziert.

"Schlankere Strukturen und dadurch noch effizientere Entscheidungswege sind die Antwort der Lufthansa auf veränderte Bedingungen im globalen Wettbewerb", sagte Mayrhuber in Frankfurt. Er tritt im Juni die Nachfolge von Vorstandschef Jürgen Weber an.

Neben Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley und Personalvorstand Stefan Lauer werde Mayrhuber seinen Posten als Passage-Vorstand behalten. Der Vorstand verringere sich damit von vier auf drei Mitglieder.

Auch im Bereichsvorstand der Lufthansa Passage Airlines wird es den Angaben nach künftig weniger Vorstände geben. Statt vier Ressorts werde die Lufthansa Passage Airlines künftig in Marketing und Vertrieb (einschließlich Produktentwicklung), Services und Personal, Flugbetrieb sowie "Netzmanagement, IT und Einkauf" unterteilt.

Flüge in die USA auf der Streichliste

"Als Reaktion auf den starken Einbruch bei Passagierbuchungen, insbesondere auf Strecken nach Amerika und Asien, hat der Lufthansa Vorstand heute entschieden, Kapazitäten auch im Interkontinentalverkehr anzupassen", teilte der Konzern mit. Deshalb würde die für den Sommerflugplan eigentlich vorgesehene Langstreckenflotte um sieben Maschinen verkleinert. Insgesamt würden aber weiter alle Zielorte angeflogen, hieß es.

Der Schwerpunkt der Kapazitätskürzung liegt auf den Nordatlantikstrecken, die nach Ausbruch des Irak-Krieges besonders starke Rückgänge zeigten. So streiche die Lufthansa auf den Strecken von Frankfurt nach New York, Boston und Los Angeles jeweils einen Flug täglich. Zudem würden Einzelflüge in die US-Städte Phoenix und Dallas gestrichen. Auch würden eine geplante Erweiterungen von Asien-Flügen verschoben und auf bestimmten Routen nach Fernost kleinere Maschinen eingesetzt.

"Weitere Kapazitätsreduzierungen im Kurz- und Langstreckenbereich werden abhängig von der weiteren Nachfrageentwicklung gegebenenfalls kurzfristig entschieden", teilte die Lufthansa mit. Die Fluggesellschaft hatte bereits im Februar ihr Programm reduziert und insgesamt fast 50 Flugzeuge bis auf weiteres aus dem Verkehr gezogen.

Ob die Ausdünnung des Angebots mit einem Abbau von Arbeitsplätzen einhergehe, wurde nicht beantwortet. Da Lufthansa-Vorstand Weber vor wenigen Wochen eine mögliche Entlassungswelle verneinte könnte der Konzern mit Kurzarbeit reagieren.

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