Dienstag, 24. September 2019

Angriff auf den Irak Chronik eines angekündigten Krieges

8. Teil: Die USA greifen an

19. März 2003: Bush unterrichtet den Kongress formell von den Vorbereitungen auf den bevorstehenden Krieg. In Kuwait werden 16.000 Infanteriesoldaten und 10.000 Panzer unmittelbar an die Grenze zu Irak verlegt.

Letzte diplomatische Bemühungen: Außenminister Fischer im UN-Sicherheitsrat
Bundeskanzler Schröder erklärt vor dem Bundestag, dass der Awacs-Einsatz in der Türkei keines neuen Beschlusses des Bundestages bedürfe. Die Oppositionsparteien sind der gegenteiligen Ansicht.

Der deutsche Bundesaußenminister Fischer reist nach New York zur Sitzung des Weltsicherheitsrates auf Ministerebene. US-Außenminister Colin Powell bleibt der Sitzung fern.

20. März 2003: Das 48-stündige Ultimatum Bushs läuft ab. Eineinhalb Stunden später greifen die USA ein Ziel bei Bagdad an.

An dem Angriff gegen einen kleineren Gebäudekomplex bei Bagdad waren gegen 3.34 Uhr MEZ zwei Tarnkappenbomber des Typs F-117 beteiligt, die vier 900-Kilogramm-Bomben ("Joint Direct Attack Munition") abwarfen, welche über Satellitensignale gesteuert werden.

Außerdem wurden nach Informationen aus dem Pentagon mehr als 30 Marschflugkörper des Typs "Tomahawk" von Kriegsschiffen im Persischen Golf und im Roten Meer abgeschossen. Ein Regierungsbeamter sagte, der Angriff habe sich gegen Iraks Staatschef Saddam Hussein gerichtet.

US-Präsident Bush erklärt in einer Fernsehansprache, die militärische Operation zur "Entwaffnung Iraks und zur Befreiung seines Volkes" habe begonnen. Er fügt hinzu: "Dies wird kein Feldzug halber Maßnahmen, und wir werden keinen anderen Ausgang akzeptieren als den Sieg." Der Krieg könnte "länger dauern und schwieriger werden, als einige voraussagen".

Fliegende Präzisonswaffe: Ein Marschflugkörper vom Typ Tomahawk
Auch Iraks Präsident Saddam Hussein äußert sich in einer Fernsehansprache. Er bezeichnet den Krieg mit den USA und deren Verbündeten als einen "Heiligen Krieg".

"Lang lebe der Heilige Krieg und Irak", sagt Saddam wenige Stunden nach den ersten US-Luftangriffen. Das Land werde die Invasoren bekämpfen, bis sie ihre Geduld verloren hätten. In Anspielung auf den Vater von US-Präsident George W. Bush, der 1991 Krieg gegen Irak geführt hatte, sagte Saddam: "Der kriminelle kleine Bush hat ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen."

Wenige Stunden nach dem ersten US-Militärschlag gegen Bagdad antwortet der Irak mit einem Raketenangriff auf den Norden von Kuwait. Dort sind fast 200.000 amerikanische und britische Soldaten stationiert. Ziele waren der amerikanische Stützpunkt Camp New Jersey und die kuwaitische Hauptstadt. Über die Zahl der abgeschossenen Flugkörper gibt es unterschiedliche Berichte.

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