Mittwoch, 18. September 2019

Angriff auf den Irak Chronik eines angekündigten Krieges

7. Teil: "Die Mutter aller Bomben"

10. März 2003: Russland und Frankreich kündigen ihr Veto gegen den britisch-amerikanischen Resolutionsentwurf an.

"Mother of all Bombs" Demonstration einer amerikanischen "MOAB"-Bombe
11. März 2003: Die Amerikaner demonstrieren in Florida die Zerstörungskraft einer neuen Waffe. Mit fast 8200 kg Sprengstoff ist die "Superbombe" weltweit die größte konventionelle Bombe. MOAB (Massive Ordnance Air Blast) übertrifft in ihrer verheerenden Wirkung bei weitem die BLU-82 "Daisy Cutter" ("Gänseblümchenschneider") mit einer Sprengkraft von 5700 kg.

Die MOAB, auch "Mother of all Bombs" ("Mutter aller Bomben") genannt, wurde für den Einsatz gegen große Truppenansammlungen und Bunkeranlagen entwickelt. Ob die Amerikaner die Bombe einsetzen wollen, ist unklar. Als mögliche Ziele gelten Paläste des irakischen Präsidenten Saddam Hussein oder dessen Elitetruppe "Republikanische Garde".

14. März 2003: In seiner Regierungserklärung "Mut zum Frieden und Mut zur Verantwortung" appelliert Bundeskanzler Schröder daran, die Hoffnung auf eine friedliche Lösung im Irak-Konflikt nicht aufzugeben. Die Bundesregierung bleibe bei ihren Bemühungen, eine solche Lösung noch zu erreichen, erklärt Schröder.

15. März 2003: Irak legt den Vereinten Nationen einen neuen Bericht über den Verbleib von Beständen des Nervengases VX vor und lädt die Chefinspekteure zu einem dringlichen Besuch nach Bagdad ein.

16. März 2003: Bei einem Gipfeltreffen auf den Azoren beraten die USA, Großbritannien und Spanien über das weitere Vorgehen in der Irak-Frage.

17. März 2003: Die USA und Großbritannien stellen ihre diplomatischen Bemühungen um eine Uno-Mandat für einen Militärschlag ein. Bush gibt Saddam 48 Stunden Zeit, Irak zu verlassen und so einen Krieg noch zu vermeiden.

Das Treffen auf den Azoren: Präsident Bush beharrt auf seinem Standpunkt
18. März 2003: Die irakische Führung lehnt das Ultimatum Bushs ab. Australien kündigt nach einer Bitte der USA seine Mitwirkung an einem Krieg gegen Irak an. US-Außenminister Colin Powell erklärt, der "Koalition der Willigen" für einen Krieg gegen Irak gehörten 30 Staaten an.

Der irakische Außenminister Nadschi Sabri kritisiert den Abzug der UN-Inspekteure und den Abzug der UN-Beobachter an der kuwaitischen Grenze. Damit hätten die Vereinten Nationen den Weg zur Aggression frei gemacht.

Das britische Unterhaus beschließt mit 412 gegen 149 Stimmen die Unterstützung der Regierung für ihre Haltung, "alle erforderlichen Mittel" zur Entwaffnung Iraks einzusetzen.

Bundeskanzler Gerhard Schröder erklärt in einer Fernsehansprache, das Ausmaß der irakischen Bedrohung rechtfertige keinen Krieg.

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