Samstag, 21. September 2019

Angriff auf den Irak Chronik eines angekündigten Krieges

5. Teil: Das letzte Ultimatum

5. Februar 2003: US-Außenminister Colin Powell legt dem Uno-Sicherheitsrat Tonbänder, Satellitenaufnahmen und Berichte vor, die beweisen sollen, dass Irak Massenvernichtungswaffen besitzt.

Vor dem Sicherheitsrat: US-Außenminister Colin Powell
6. Februar 2003: Nach der Präsentation angeblicher Beweise gegen den Irak durch Colin Powell im Sicherheitsrat bleibt die Bundesregierung bei ihrem Nein zu einem Krieg. Rumsfeld stellt Deutschland deswegen auf eine Stufe mit Libyen und Kuba.

10. Februar 2003: Deutschland, Frankreich und Belgien legen im Nato-Rat ihr Veto gegen Maßnahmen zum militärischen Schutz der Türkei im Fall eines Irak-Kriegs ein.

12. Februar 2003: Uno-Experten stellen fest, dass die irakischen Raketen des Typs "El Samud 2" die erlaubte Reichweite von 150 Kilometern überschreiten.

15. Februar 2003: Mehr als zehn Millionen Demonstranten gehen weltweit gegen einen drohenden Irak-Krieg auf die Straße. Die größten Kundgebungen finden in Rom, London und Berlin statt.

17. Februar 2003: Der Verteidigungsausschuss der Nato beschließt Planungen zur Unterstützung der Türkei im Falle eines Irak-Krieges. Die deutsche Bundesregierung, die sich bis zuletzt mit einigen anderen Nato-Ländern wie Frankreich und Belgien gegen diesen Beschluss gesperrt hatte, begrüßt den Entschluss. Von den rein defensiven Maßnahmen zum Schutz der Türkei könne kein negatives Signal für die friedliche Lösung des Irak-Konflikts ausgehen.

Die Staats- und Regierungschefs der EU verabschieden in Brüssel auf einem Sondergipfel zum Irak-Konflikt eine gemeinsame Erklärung, die das Ziel einer vollständigen Entwaffnung des Irak mit friedlichen Mitteln erklärt. Zugleich enthält die Erklärung die Aussage, Gewalt sollte nur als letztes Mittel eingesetzt werden.

Flugabwehr: Eine Patriot-Rakete beim Start
Bundeskanzler Schröder erklärt nach dem Gipfel, es sei ein großes Maß an Gemeinsamkeit erreicht worden. Die Forderung einer zeitlichen Befristung der Inspektionen sei für Deutschland nicht akzeptabel gewesen, erklärt der Kanzler.

18. Februar 2003: Die UN-Waffeninspekteure in Irak setzen erstmals ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug vom Typ U-2 ein.

19. Februar 2003: Die Nato beschließt die Stationierung von Awacs-Flugzeugen und Patriot-Raketen in der Türkei.

21. Februar 2003: UN-Chefinspektor Hans Blix fordert Irak ultimativ auf, bis zum 1. März mit der Zerstörung von Raketen zu begonnen, die eine größere Reichweite haben als die zugelassenen 150 Kilometer.

© manager magazin 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung