Montag, 23. September 2019

Angriff auf den Irak Chronik eines angekündigten Krieges

4. Teil: Der Blix-Bericht

24. Dezember 2002: US-Verteidigungsminister Rumsfeld erteilt den ersten Marschbefehl für 25.000 Soldaten in die Golfregion. Am Ende der schon vor Wochen begonnenen Verlegung von Verbänden sollen etwa Mitte Februar 2003 rund 150.000 US-Soldaten in der Region sein.

1. Januar 2003: Deutschland ist erstmals seit sechs Jahren wieder Mitglied im UN-Sicherheitsrat.

8. Januar 2003: Das US-Zentralkommando in Florida schickt einen militärischen Planungsstab nach Katar.

Kritik am US-Vorgehen: UN-Chefinspekteur Hans Blix
9. Januar 2003: Blix informiert den Weltsicherheitsrat, dass bislang keine Beweise für illegale Waffen im Irak gefunden wurden. Er kritisiert aber den Waffenbericht als unzureichend und fordert vom Irak Beweise für die Vernichtung von Waffenarsenalen.

11. Januar 2003: US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld unterzeichnet einen Marschbefehl für weitere 62.000 Soldaten zur Stationierung in der Golfregion. Bislang befinden sich dort 60.000 US-Soldaten. Der größte britische Flugzeugträger "Ark Royal" verlässt den Heimathafen Richtung Golf.

13. Januar 2003: Papst Johannes Paul II. spricht sich in seiner bisher schärfsten Stellungnahme zum Irak-Konflikt gegen einen Krieg aus. Der britische Premierminister Blair fordert Saddam erneut zur Aufgabe seiner Massenvernichtungswaffen auf und sagt: "Wenn er es nicht freiwillig tut, wird er mit Gewalt entwaffnet werden".

14. Januar 2003: UN-Chefinspektor Blix berichtet über die Entdeckung großer Mengen in den Irak geschmuggelter waffenfähiger Güter. Bundeskanzler Schröder bekräftigt sein Nein zu einer deutschen Beteiligung an einem Militärschlag.

Fordert Beweise: Mohamed El Baradei
22. Januar 2003: Rumsfeld kritisiert in scharfer Form die Haltung Deutschlands und Frankreichs im Irak-Konflikt. "Ich glaube, das ist das alte Europa", sagte Rumsfeld und löst damit heftige Reaktionen bei Politikern und Intellektuellen in Europa aus.

27. Januar 2003: In ihrem Zwischenbericht an den Sicherheitsrat erklären die Chefinspektoren Hans Blix und Mohamed ElBaradei, Irak habe nicht nachgewiesen, dass es alle Massenvernichtungswaffen zerstört habe. Es lägen aber auch keine Beweise dafür vor, dass es solche Waffen besitze.

30. Januar 2003: Die Staats- und Regierungschefs von acht europäischen Ländern - darunter Großbritannien, Spanien und Italien - rufen zur Unterstützung der USA auf und stellen sich damit demonstrativ gegen Deutschland und Frankreich.

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