Deutsche BA Absage von Easyjet

Für die zweitgrößte deutsche Fluglinie wird es eng. Am Dienstag platzte die Übernahme durch den britischen Billigflieger Easyjet. Dennoch soll die angeschlagene Deutsche BA weiter bestehen.

London/München – Easyjet kündigten an, die vereinbarte Kaufoption nicht wahrzunehmen. Damit steht die Deutsche BA (DBA) vor einer ungewissen Zukunft. Eine DBA-Sprecherin bezeichnete den Vorgang als "enttäuschend". Gleichzeitig wies die angeschlagene Fluglinie Spekulationen zurück, wonach der Betrieb eingestellt werden soll.

Der britische Billigflieger Easyjet hatte im Mai vergangenen Jahres eine Kaufoption für die DBA erworben und seither neun Millionen Euro bezahlt. Noch Mitte Februar hatte die DBA erklärt, wenn die Easyjet-Übernahme nicht klappe, drohe im schlimmsten Fall die Einstellung des Geschäftsbetriebs.

Doch der britische Billigflieger hatte mit der Pilotenvereinigung Cockpit vergebens über die Ausweitung der Flugstunden und die Kürzung von Urlaubs- und Ruhezeiten verhandelt. Als zweite "unüberbrückbare Differenz" nannte EasyJet-Chef Ray Webster, dass die Finanzleistung aller deutschen Fluggesellschaften wegen Besonderheiten des deutschen Marktes und speziell durch "die hochaggressive Preispolitik der Lufthansa" erheblich schlechter geworden sei.

Geschäftsmodell mit Vorrang

Easyjet werde sein erprobtes Geschäftsmodell niemals gefährden und prüfe jetzt andere Möglichkeiten, sich in Deutschland zu entwickeln. Die Bestellung von 120 Airbus-A319-Flugzeugen habe hingegen nie im Zusammenhang mit der DBA-Option gestanden, betonte Webster.

Die Börse antwortete auf den Rückzug mit Kursgewinnen für Easyjet. Die Aktien des Billigfliegers legten am Dienstag deutlich zu. "Die Entscheidung ist für Easyjet-Aktionäre eine gute Nachricht", sagten die Experten von Schroder Salomon Smith Barney (SSSB). Ein Kauf hätte die Margen verwässert und das Geschäftsmodell gefährdet.

Offen für Investoren

Der DBA-Mutter British Airways hat indes nach eigenen Angaben nicht vor, seinen Deutschland-Ableger zu schließen. Es bestehe in dieser Hinsicht Sicherheit für Passagiere und Kunden, sagte British-Airways-Direktor Roger Maynard. Nach der gescheiterten Übernahme der deutschen Tochter sei man offen für Gespräche mit anderen Investoren. Unter Umständen werde die DBA aber auch Teil des British Airways-Konzerns bleiben.

Maynard sagte weiter: "Sobald wieder Stabilität in die weltweite Airline-Struktur zurückkehrt und die deutsche Wirtschaft sich erholt, wird die DBA mit ihrer niedrigen Kostenstruktur und ihrem hohen Marktanteil von 42 Prozent zur treibenden und profitablen Kraft im deutschen Markt."

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