WestLB Bei Panmure soll jeder zweite gehen

Jürgen Sengera, Vorstandschef der WestLB, will knapp jede zweite Stelle der Aktien- und Investmentbank WestLB Panmure streichen. Insgesamt soll die Schrumpfkur der WestLB 300 Millionen Euro kosten.

Frankfurt / London - Bei der erst 1998 als Panmure Gordon erworbenen britischen Investmentsparte der WestLB wird das Personal erneut drastisch reduziert.

Von derzeit 640 Mitarbeitern sollen 340 übrig bleiben, sagte Sengera im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ). Im vergangenen Jahr waren in dem Bereich bereits 150 Stellen gestrichen worden.

Trotzdem wurde allein in dieser Sparte 2002 ein dreistelliger Millionenverlust eingefahren. Künftig sollen jährlich 100 Millionen Euro bei Panmure eingespart werden, für die Sanierung sind Kosten in Höhe von 40 Millionen Euro vorgesehen.

Im M&A-Bereich "gutes Geld" verdient

Sengera, der seinen Vorstandsposten im Herbst 2001 von Friedel Neuber übernahm, will bei Panmure in London künftig das gesamte Aktienkern- und das M&A-Geschäft bündeln. "Es wird Einschnitte im Handel für mittlere Aktienwerte geben, aber das paneuropäische Produkt bleibt erhalten", sagte Sengera gegenüber der FAZ. Die M&A-Aktivitäten wolle er nicht wesentlich beschneiden, schließlich verdiene man dort "gutes Geld".

Panmure ist nicht der einzige Bereich der WestLB, in dem gekürzt werden soll. Für die komplette Restrukturierung will Sengera 250 bis 300 Millionen Euro aufwenden. Damit soll eine operative Ergebnisverbesserung von 550 Millionen Euro pro Jahr erreicht werden. Sengera in der FAZ: "Unsere operative Ergebnisstabilität ist auch bei weiter schwierigen Kapitalmarktverhältnissen sichergestellt."

Nach einem Vorsteuerverlust von einer Milliarde Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr gibt die aktuelle Jahresplanung Erträge von gut drei Milliarden Euro durch Zins-, und Provisionsgeschäfte sowie Handelsüberschüsse vor, das operative Ergebnis soll die Milliardenmarke erreichen - und damit 300 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Bad Bank - schlechtes Thema

Im Gespräch mit der FAZ macht Sengera erneut deutlich, dass er von der Einrichtung einer Bad Bank, in der faule Kredite mit Staatsbürgschaften abgesichert werden, nichts hält. In einem inoffiziellen Treffen mit Bankenvertretern hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder das Thema Bad Bank vor wenigen Wochen erörtert. Sengera: "Ich bin davon überzeugt, dass alle betroffenen Banken mit ihren Risikoproblemen allein fertig werden."

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