Otto Mehr als 275 Millionen Euro verdient

Der Versandhandelsriese trotzt der angespannten Marktlage und steigert das Vorsteuerergebnis.

Hamburg – Konsumflaute hin oder her, der Otto-Versand hat nach ersten Prognosen des Unternehmens seine Gewinne im abgelaufenen Geschäftsjahr noch gesteigert.

Als vor allem erfreulich angesichts des äußerst schwierigen Marktumfeldes im Einzelhandel bewertete Konzernchef Michael Otto am Donnerstag, "dass es nach ersten Hochrechnungen gelungen ist, das Vorjahres-Konzernergebnis vor Steuern in Höhe von 275 Millionen Euro deutlich zu übertreffen."

"Unsere Strategie, den Kunden ein verlässliches Preis-Leistungs-Verhältnis und guten Service statt Rabattschlachten zu bieten, ist aufgegangen", sagte Otto.

Der Umsatz der globalen Handelsgruppe verzeichnete jedoch einen Rückgang um 5,3 Prozent auf 21,77 Milliarden Euro (Vorjahr 22,99 Milliarden Euro). Der Rückgang sei laut Otto wesentlich geprägt durch die Konsolidierungsbemühungen der amerikanischen Spiegel-Gruppe, die mit 2,65 Milliarden Dollar einen gegenüber dem Vorjahr um 17,9 Prozent verminderten Umsatz ausweise.

Im Online-Geschäft weltweit Nummer zwei hinter Amazon

Hinter dem Umsatz des Gesamtkonzerns verbergen sich differenzierte Entwicklungen nach Ländern und Branchen. In Deutschland wuchsen die diversen Otto-Unternehmen gegen den Branchentrend um 1,8 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Eine Prognose für das neue Geschäftsjahr wolle das Unternehmen angesichts der weltpolitisch und weltwirtschaftlich schwierigen Lage nicht geben. "Es ist aber erfreulich, dass das laufende Kalenderjahr ermutigend angelaufen ist", sagte Otto.

Bemerkenswert sei erneut die überdurchschnittliche Steigerung der globalen Online-Umsätze im reinen Endverbrauchergeschäft um 20 Prozent auf über zwei Milliarden Euro im Vergleich zu 1,7 Milliarden Euro im vorangegangenen Jahr. Damit untermauert Otto nach eigenen Angaben seine führende Position als weltweite Nummer zwei hinter Amazon . Bei der Einzelgesellschaft Otto macht der Online-Anteil am Umsatz bei einem Plus von 18 Prozent bereits 13, 5 Prozent aus.

Reichste Deutsche 2003: Werner Otto

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