Irak-Krise "Die Zeit läuft aus"

Die USA sehen von der für heute im Weltsicherheitsrat geplanten Abstimmung über die neue Irak-Resolution ab. Gleichzeitig appellieren die Vereinigten Staaten aber an die anderen Uno-Länder, sich ihrer Verantwortung nun zu stellen.

Washington/Bagdad - Der amerikanische Uno-Botschafter John Negroponte verzichtete in der vergangenen Nacht auf einen entsprechenden Abstimmungsantrag für Freitag. Der von den USA, Großbritannien und Spanien eingebrachte Entwurf einer Resolution bleibe aber auf dem Tisch, erklärte er. Der Antrag auf Abstimmung könne "jederzeit" erfolgen. US-Außenminister Colin Powell hatte zuvor von der Möglichkeit gesprochen, ganz auf eine Abstimmung zu verzichten.

Negroponte sagte weiter, der Irak habe die Abrüstungsforderungen der Uno nicht erfüllt. Deshalb sei es jetzt Zeit für den Sicherheitsrat, sich seiner Verantwortung zu stellen. "Aber die Zeit läuft aus".

Unterdessen konnte auch ein neuer Kompromissvorschlag der bislang unentschiedenen Sicherheitsratsmitglieder die Kluft in dem Gremium nicht überbrücken. Mexiko, Chile und Pakistan erklärten nach Angaben von Diplomaten, sie könnten den von den USA und Großbritannien eingebrachten Resolutionsentwurf in seiner derzeitigen Form nicht mittragen, seien aber weiter zu Verhandlungen bereit. Mit den drei afrikanischen Mitgliedern Angola, Kamerun und Guinea bemühten sie sich um einen Kompromiss. Sie schlugen nach Angaben aus Diplomatenkreisen eine Liste von Forderungen an den irakischen Staatschef Saddam Hussein und einen weiter gefassten Zeitrahmen vor. Nach Ablauf der Frist solle dann der Sicherheitsrat entscheiden, ob Irak die Auflagen erfüllt habe.

Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.