Schröders Reformpläne Die Reaktionen aus der Wirtschaft

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat seine mit Spannung erwartete Rede im Bundestag gehalten. Reichen die Reformvorschläge aus, um Deutschland nach vorne zu bringen? Lesen Sie die ersten Urteile der Experten exklusiv bei manager-magazin.de.

Hamburg - Die Reaktion von Wirtschaftsexperten auf die Rede von Bundeskanzler Gerhard Schröder fällt eher verhalten aus. Viele Kommentatoren vermissten konkrete Ankündigungen und Lösungsvorschläge zu den elementaren Problemen der deutschen Wirtschaft.


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um die Meinungen zur Schröder-Rede zu lesen.



Wolfgang Gerke
Lehrstuhl Bank-
und Börsenwesen
Uni Erlangen Meinung
Michael Frenzel
Vorstandschef
der Tui AG Meinung
Johannes J. Reich
Chefanalyst
Bankhaus Metzler Meinung
Helmut Panke
Vorstandschef
von BMW Meinung
Guiseppe Amato
Marktstratege
Handelshaus Lang & Schwarz Meinung
Dirk Schumacher
Deutschland-
Volkswirt
Goldman Sachs Meinung
Hans-Joachim Körber
Vorstandschef
Metro AG Meinung
Norbert Walter
Chefvolkswirt
Deutsche Bank Meinung
Eckhardt Wohlers
Leiter Konjunktur-
forschung
HWWA Meinung
Philip Vorndran
Chefstratege Asset
Management
Credit Suisse Meinung
Christopher Pleister
Präsident des
Bundesverbandes der
Deutschen Volks-
und Raiffeisenbanken Meinung
Gerhard Grebe
Chefstratege
Bankhaus
Julius Bär Meinung
Henrik Müller
Redakteur
manager magazinMeinung
 

So urteilte beispielsweise Wolfgang Gerke, Professor für Bank- und Börsenwesen an der Universität Erlangen: "In dem angesichts der demografischen Entwicklung extrem wichtigen Thema der zukünftigen Gestaltung des deutschen Rentensystems hat Schröder gekniffen. Ohne der Rürup-Kommission zu sehr vorzugreifen, hätte Schröder wenigstens das Ausmaß der notwendigen Einschnitte in das Rentensystem aufzeigen müssen."

Auch BMW-Chef Helmut Panke reagierte mit Skepsis auf die Regierungserklärung. Gerade in der Sozialversicherung müssten "ineffiziente Verteilmechanismen" zurückgefahren werden. "Es kann", so Panke, "dabei nur mit mehr Eigenverantwortung und weniger Staat gehen." Ob die aktuelle Regierung dazu in der Lage sei, müsse sich erst noch zeigen. "Die Nagelprobe kommt bei der Umsetzung", sagte Panke am Freitag in München.

Johannes J. Reich, Chefanalyst beim Bankhaus Metzler, wurde gegenüber manager-magazin.de noch deutlicher. "Es ist nicht mehr nur eine Wirtschafts- und Strukturkrise, sondern zunehmend eine Gesellschaftskrise, die die Grundprinzipien unserer Demokratie bedroht." Hier hätte Schröder in seiner Rede ansetzen müssen.

Reich weiter: "Genau dies hat der Kanzler aber nicht befriedigend geschafft. Stattdessen hat er mit dem hochtrabenden Begriff - 'Agenda 2010' - auf das Ende des Jahrzehnts vertröstet. Dann soll alles wieder besser sein. Aber wie? Wo ist das Neue, das vorwärts Gerichtete, der Aufbruch zum Besseren, die Überwindung der lähmenden Starre in Deutschland?"

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