Montag, 17. Juni 2019

Wella Henkels Kalkül in Darmstadt

Henkel will offenbar nicht für Wella mitbieten - aber Procter & Gamble bleibt am Ball. Die Aufsichtsräte äußern sich nur zu einem vergleichsweise unbedeutenden Thema - die Dividende wird erhöht.

Düsseldorf - So schnell wie noch vor einer Woche gedacht kommt es nun doch nicht zu einem Übernahme-Angebot des weltgrößten Konsumartikel-Herstellers Procter & Gamble Börsen-Chart zeigen für die Darmstädter Wella AG Börsen-Chart zeigen. Denn zur heutigen Wella-Aufsichtsratssitzung, die über einen Verkauf an den US-Konzern beschließen könnte, hat sich eine Änderung mit weitreichenden Folgen ergeben.

Nachdem gestern bekannt wurde, dass der Waschmittel- und Kosmetikhersteller Henkel Börsen-Chart zeigen 4,99 Prozent der Stamm- und etwas mehr als 10 Prozent der Vorzugsaktien von Wella gekauft hat, ergibt sich auch für Procter eine neue Situation.

Das "Handelsblatt" berichtet, dass Procter trotz des Schachzugs von Henkel weiterhin an einem geplanten Übernahmeangebot festhalte. Unter Berufung auf Aufsichtsratskreise heißt es weiter, Henkel werde nicht mit einer Offerte kontern, wenn ein verbindliches Angebot von Procter auf den Tisch kommt.

Henkels Kalkül für den Einstieg bei Wella könnte demnach auch von einem simplen Investment-Gedanken getragen gewesen sein: Hält sich Henkel aus einem möglichen Bietergefecht heraus, profitiert das Unternehmen finanziell, wenn es zum einem Public Offering (also einem Pflichtgebot an alle Wella-Aktionäre) kommt - denn erwartet wird ein Angebot, das über dem aktuellen Kurs liegt.

In Börsenkreisen heißt es, dass Procter & Gamble bereits ein unverbindliches Gebot über 80 Euro pro Aktie abgegeben habe.

Die offizielle Mitteilung von Wella nach der Aufsichtsratssitzung geht nur auf die "verbesserte Ertragslage" des Unternehmens ein: Zur Hauptversammlung am 15. Mai soll die Dividende für Stammaktien um sechs auf 55 Cent erhöht werden, pro Vorzugsaktie 57 statt 51 Cent ausgeschüttet werden.

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