Irak-Krise Euro zieht vor Powell-Rede kräftig an

Der Euro klettert vor der Rede von US-Außenminister Powell deutlich auf 1,09 Dollar. Die Ursache: Zunehmende Angst vor einem Krieg.

Washington / Berlin - Der Euro  hat am Mittwoch im Vorfeld der für den heutigen Nachmittag (Mittwoch, 16.30 Uhr MEZ) erwarteten Rede von US-Außenminister Colin Powell seinen Höhenflug fortgesetzt und mit 1,0938 Dollar den höchsten Stand seit März 1999 erreicht.

Belege für Waffenverstoß "nüchtern und überzeugend"

Händler sagten, viele Investoren fürchteten, dass die Wahrscheinlichkeit eines Krieges nach dem Auftritt von Powell vor dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UNO) steigen werde. Powell hatte in den vergangenen Tagen Beweise dafür angekündigt, dass die irakische Regierung nach Massenvernichtungswaffen strebt. Das Material werde "einfach, nüchtern und überzeugend" sein, hatte Powell angekündigt.

"Gold, kurzfristige US-Anleihen und europäische Währungen werden gekauft - und dafür gibt es nur einen einzigen Grund: Jedem ist die Gefahr eines möglichen Krieges bewusst", sagte Kota Kimura von der Shinkin Central Bank. Analyst Ulrich Wortberg von der DZ-Bank in Frankfurt sagte: "Das ist heute wieder ein spannendes Warten auf Powell - obwohl ich nicht glaube, dass da etwas Neues kommt."

Der Euro hatte am Dienstag mit 1,0888/92 Dollar den New Yorker Späthandel beendet. Die Gemeinschaftswährung war Anfang Januar 1999 eingeführt und seinerzeit mit Kursen um 1,1747 Dollar gehandelt worden, ehe sie in der Folge bis deutlich unter einem Dollar je Euro verloren hatte. Erst im vergangenen Jahr war der Euro wieder über diese Parität gestiegen.

Parallel zum Euro zieht auch der Öl-Preis deutlich an. In New York erhöhte sich der Preis für die Sorte Light Sweet Crude für Märzlieferungen am Dienstag um 82 Cent auf 33,58 Dollar pro Barrel (159 Liter).

Zuvor hatte sich bereits die in London gehandelte Nordseesorte Brent um 83 Cent auf 31,08 Dollar verteuert. Analysten betonten, nachdem zu Wochenbeginn das Ende des Generalstreiks in Venezuela für Entspannung gesorgt habe, sei Irak nun wieder bestimmender Faktor an den Öl-Märkten.

Die Euro-Galerie: Münzen einer Ausstellung

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