Marketingflop 2002 Zweifelhafte Ehre

Herzlichen Glückwunsch! Die Deutsche Bahn belegte bei der Abstimmung über das mieseste Marketing gleich die ersten beiden Plätze.

Stuttgart – Seit Anfang Januar konnten Internetnutzer im Web über den gröbsten Marketingschnitzer des vergangenen Jahres abstimmen. Am Dienstag veröffentlichten die Veranstalter von der Universität Hohenheim nun das Ergebnis der Befragung über die Marketingflops 2002 .

Das Votum lässt dabei keine Zweifel über den größten Verlierer zu. Die Deutsche Bahn landete auf dem ersten und zweiten Platz.

Den schlimmsten Fehlgriff sahen die Teilnehmer in der Aussage von Bahnchef Hartmut Mehdorn, wonach Bahnfahrten über vier Stunden eine Tortur seien. Den zweiten Platz belegte der Transportkonzern, weil in Werbeanzeigen für das neue, als "logisch und transparent" angepriesene Preissystem in einer Beispielrechnung offensichtliche Rechenfehler auftauchten.

Auf Platz drei landete das Verhalten vieler Einzelhändler im Zusammenhang mit der Euro-Einführung im Januar 2002. Kritisch gesehen wurde hier, dass viele "schwarze Schafe" im Einzelhandel die Umstellung verdeckt oder ganz offen zu Preiserhöhungen genutzt hatten.

Bei der Online-Wahl, an der sich nach Angaben des Veranstalters rund 7500 Marketing-Experten aus Wissenschaft und Praxis, zahlreiche Nachfrager sowie Vertreter anderer Unternehmensbereiche beteiligt haben, konnten vom 2. bis zum 31. Januar 2003 zehn von einem Expertengremium im Vorfeld ausgewählte Flop-Kandidaten beurteilt werden.

Die Internet-Befragung wurde von Professor Markus Voeth, Inhaber des Lehrstuhls für Marketing der Universität Hohenheim, organisiert. Die Aktion sieht sich als Beitrag zur Qualitätssicherung im Marketing und ist Teil eines speziellen Forschungsprogramms.

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