DZ Bank Umstellung mit fatalen Folgen

Noch ein Schlag ins Kontor. Erlöse aus Zinsderivatgeschäften wurden viel zu hoch bewertet.

Düsseldorf – Ein schwerer Bewertungsfehler reißt ein Loch in die Bilanz der DZ Bank. Das Institut muss für das abgelaufene Geschäftsjahr nach einem Bericht des "Handelsblatts" eine außerordentliche Ertragseinbuße in dreistelliger Millionenhöhe verkraften.

Berichtigungsbedarf: Angeblich 1,2 Milliarden Euro

Grund für das unerwartete Minus: Die Bank hat offenbar Erlöse aus Zinsderivatgeschäften seit dem Jahr 1997 zu hoch bewertet. Dies berichtet die Zeitung unter Berufung auf einen Sprecher des Spitzeninstituts der deutschen Volks- und Raiffeisenbanken.

Der Fehler sei wohl auf die Umstellung des Handelssystems im Jahr 1999 zurückzuführen. Damals wurde das neue Programm Summit gestartet. Eine exakte Prüfung der Ursachen für diesen Fehler erfolge derzeit. Die zu hohe Bewertung sei erst im Herbst 2002 bemerkt worden.

Die falsche Bewertung wird sich gleich doppelt in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen. Wie die DZ Bank bestätigte, wird der Zinsüberschuss für das abgelaufene Geschäftsjahr um rund 40 Millionen Euro niedriger ausfallen. Außerdem muss der außerordentliche Aufwand kräftig erhöht werden.

Zudem hieß es aus DZ-Bank-Kreisen, dass der Wertberichtigungbedarf der Bank im vergangenen Jahr auf die Rekordsumme von rund 1,2 Milliarden Euro stieg. Damit schreibt das Institut im Jahr 2002 einen Verlust aus dem laufenden Geschäft von rund 400 Millionen Euro.

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