Siemens Software spielt verrückt

Die Stimmung zwischen Siemens und der Deutschen Bahn ist auf dem Gefrierpunkt. Weil der ICE 3 zu langsam und unzuverlässig ist, kürzt die Bahn die Rechnung. Siemens hält die Probleme beim Prestige-Zug hingegen für behoben.

Berlin – Zwischen Siemens  und dem Großkunden Deutsche Bahn herrscht Eiszeit. Wie die "Süddeutsche Zeitung" am Mittwoch schreibt, hat sich Bahn-Chef Hartmut Mehdorn auf einem Treffen mit der deutschen Bahntechnik-Industrie nachdrücklich über die Qualität der Züge beschwert.

So weise die hochkomplizierte Zug-Software Macken auf und einige Züge seien sogar komplett ausgefallen. "Ja, eine bestimmte Anzahl von Zügen sei ausgefallen, die Software habe hier und da verrückt gespielt und bei den Wirbelstrombremsen sei Feuchtigkeit eingedrungen", gab Siemens gegenüber der "Süddeutschen" zu. Seit zehn Tagen funktioniere aber alles wieder tadellos.

Die Deutsche Bahn sieht das laut dem Bericht anders. Sie will von der fälligen Milliarde für die bisher ausgelieferten 54 ICE-3-Züge 50 Millionen Euro als Vertragsstrafe einbehalten. Ein Hauptgrund: Mehdorns Prestige-Züge würden die von Siemens versprochene Höchstgeschwindigkeit von 300 Stundenkilometern nicht erreichen.

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