Dienstwagen Schröder hilft Gabriel

Bundeskanzler Gerhard Schröder signalisiert Kompromissbereitschaft bei der Dienstwagensteuer. Ministerpräsident Sigmar Gabriel ist erleichtert.

Berlin/Hannover - Über die von der Regierung geplante Erhöhung von 1,0 auf 1,5 Prozent des Listenpreises müsse im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat diskutiert werden, sagte der Bundeskanzler am Dienstag im NDR.

Die Pläne von Finanzminister Hans Eichel (SPD) seien zwar im Ansatz richtig. Es müssten aber auch die Mehrheitsverhältnisse im unionsdominierten Bundesrat beachtet werden. Er habe Verständnis für die Bedenken, die etwa ein Autoland wie Niedersachsen gegen die Erhöhung habe.

Niedersachsens Ministerpräsident Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte die Stellungnahme. "Es bestätigt mich in meiner Haltung, dass diese Steuer ein falsches Signal wäre, gerade in einem Land wie Niedersachsen, in dem Volkswagen der größte Arbeitgeber ist", sagte er in Hannover. Gabriel hatte angekündigt, Niedersachsen werde einer Erhöhung der Dienstwagensteuer im Bundesrat keinesfalls zustimmen. Vielmehr würde er deswegen den Vermittlungsausschuss anrufen.

Jeder Tag Unsicherheit kostet acht Millionen Euro

Die Kompromissbereitschaft des Bundeskanzlers könnte sich für die Autoindustrie als Rettung in letzter Minuten erweisen. Denn die deutschen Automobilhersteller spüren bereits die Wirkung der Diskussion um die Dienstwagensteuer. Einer Studie zufolge kostet die Unsicherheit die deutschen Hersteller täglich rund acht Millionen Euro.

Um monatlich rund 10.000 Fahrzeuge seien die Aufträge von Großkunden zurückgegangen, sagt Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Marketing und Unternehmensführung am Center for Automotive Research (CAR) der Fachhochschule Gelsenkirchen und Geschäftsführer des Prognose-Instituts Auto Future. "Etwa zwei Drittel des Rückgangs, also gut 6000 Auftragseingänge pro Monat, entfallen dabei auf die derzeitige Unsicherheit bezüglich der Dienstwagensteuer", so der Auto-Experte.

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