Dienstag, 18. Juni 2019

Bayer Wenning lag richtig

Die Zahl der Klagen wächst. Lipobay macht dem Chemie- und Pharmakonzern weiter zu schaffen.

Leverkusen - Die Prozesswelle in den USA gegen den Chemie- und Pharmakonzern Bayer Börsen-Chart zeigen wegen des Cholesterinsenkers Lipobay nimmt bedrohliche Größe an. Im Verlauf des Januars sei die Anzahl der Klagen auf 7400 gestiegen, sagte eine Konzernsprecherin am Mittwoch auf Anfrage.

 Bereitet weiter Probleme: Lipobay belastet Bayer
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Bereitet weiter Probleme: Lipobay belastet Bayer
Noch im November hatte Vorstandschef Werner Wenning von 5700 Fällen gesprochen. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte er eine weitere Zunahme der Klagen prophezeit.

Bislang hat sich Bayer mit 400 Klägern auf einem Vergleich ohne Schuldanerkenntnis geeinigt. Nach wie vor sieht das Unternehmen keine Notwendigkeit, Rückstellungen zu bilden. Der Konzern ist früheren Angaben zufolge gegen Produkthaftungsrisiken in industrieüblicher Höhe versichert.

Bayer hatte den Cholesterinsenker Lipobay 2001 vom Markt genommen, weil er im Verdacht steht, als Nebenwirkung Muskelschwäche mit tödlichem Ausgang verursachen zu können. Insgesamt werden 100 Todesfälle mit Lipobay in Zusammenhang gebracht. Die Rücknahme des umsatz- und gewinnträchtigen Medikaments hatte bei Bayer 2001 einen Gewinneinbruch verursacht.

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