Metrorapid Der Ruhrpott-Magnet zieht Steuer-Milliarden an

Zwei Milliarden Subventionen - Kanzler Schröder will für die Ruhr-Schwebebahn noch 250 Millionen mehr Fördergeld ausgeben. Das sei so verabredet, sagt Ministerpräsident Steinbrück.

Essen/Düsseldorf - Die Bundesregierung wird ihren Zuschuss für den in Nordrhein-Westfalen geplanten Metrorapid aufstocken. "Dies ist auch verabredet", sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) der in Essen erscheinenden "Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung". Er sei deshalb "mehr denn je überzeugt", dass die Magnetschwebebahn komme.

Nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" hat Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) eine Erhöhung des Bundeszuschusses um 250 Millionen Euro auf rund zwei Milliarden Euro in Aussicht gestellt.

Das habe Steinbrück den Chefs der Transrapid-Hersteller Siemens  und ThyssenKrupp  Heinrich von Pierer und Ekkehard Schulz, geschrieben. Ein Sprecher der Staatskanzlei bestätigte, dass Steinbrück an die Manager geschrieben habe. Zum Inhalt des Briefs wollte er nichts sagen.

Siemens und ThyssenKrupp als Generalunternehmer

Angeblich hat Steinbrück die Unternehmen aufgefordert, sich mit insgesamt 200 Millionen Euro an der noch zu gründenden Infrastrukturgesellschaft für den Metrorapid zu beteiligen oder sogar einen "verlorenen Zuschuss" für das Projekt zu zahlen.

Siemens und ThyssenKrupp könnten nach den Vorschlägen Steinbrücks als Generalunternehmer auch den Bau der Strecke von Düsseldorf nach Dortmund übernehmen. Eine von den beiden Konzernen entwickelte Magnetschwebebahn in Shanghai ist seit Sylvester in Betrieb.

Der Metrorapid soll rund 3,3 Milliarden Euro kosten. Der Bund will das Projekt nach den bisherigen Zusagen mit 1,75 Milliarden Euro fördern. Das Geld soll aber erst fließen, wenn Nordrhein-Westfalen ein Konzept zur Deckung der Finanzierungslücke vorgelegt hat. Für den Bau einer Transrapidstrecke in München will der Bund 550 Millionen Euro bereitstellen.

Steinbrück sprach sich klar dafür aus, den Metrorapid durch eine Landesbürgschaft abzusichern. "Wenn der Bund Geld drauflegt und sich die Industrie finanziell beteiligt, werden auch wir einen Beitrag durch eine Bürgschaft leisten müssen", sagte er. Bisher untersagt ein Landtagsbeschluss eine finanzielle Risikoübernahme des Landes.

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