US-Automarkt Dem Rabatt sei Dank

Pünktlich zum Start der North American International Auto Show in Detroit vermelden die Hersteller deutliche Absatzsteigerungen in den USA. Unter den deutschen Autobauern können allerdings nicht alle Konzerne mit tollen Verkaufszahlen auftrumpfen.

Detroit – Umfangreiche Rabattaktionen haben den Autobauern in den USA im Dezember ein deutliches Absatzplus beschert. Dabei konnten auch die deutschen Hersteller Mercedes und Audi punkten. BMW  erzielte sogar einen Rekordmonat.

Dagegen musste der Sportwagenbauer Porsche einen Einbruch um rund ein Fünftel verkraften. Gleiches gilt für den Volkswagen-Konzern , der ein Minus von rund fünf Prozent auf dem weltweit wichtigsten Automarkt verbuchte.

Bei einem gesamten Marktwachstum um rund ein Siebtel auf mehr als 1,44 Millionen Fahrzeuge legte nach den am Freitag vorgelegten Verkaufszahlen besonders der weltgrößte Autokonzern General Motors  um mehr als ein Drittel zu und verteidigte seine Spitzenposition im US-Markt vor dem Branchenzweiten Ford , der gut 13 Prozent mehr absetzte.

Die US-Sparte Chrysler des Stuttgarter DaimlerChrysler-Konzerns  als Nummer drei in den USA legte nur knapp ein Prozent auf 172.494 Fahrzeuge zu. Im Gesamtjahr verzeichneten aber alle drei großen US-Hersteller Rückgänge von knapp einem Prozent bis zu fast zehn Prozent bei Ford.

Rekordergebnis für BMW

Unter den deutschen Herstellern steigerte die BMW-Gruppe den Absatz im Dezember im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 43 Prozent auf ein Rekordniveau von 26.252 Fahrzeugen. Da der letzte Monat im Jahr einen Verkaufstag weniger hatte als im Vorjahr, ergibt sogar eine Steigerung um 48 Prozent. Im Gesamtjahr rollten 256.622 BMWs oder ein Fünftel mehr als 2001 aus den Verkaufsräumen.

Großen Anteil habe dabei der starke US-Start des Mini gehabt, der seit dem Verkaufsstart in den USA am 22. März fast 25.000 Mal verkauft worden sei. Auch die Siebener-Serie trug dazu bei. "Das war das bisher beste Jahr für den 7er-Vertrieb, da die Kunden auf das vollständig neue Modell reagiert haben, das im Januar auf den Markt kam", sagte Ed Robinson von BMW of North America.

Trotz der höheren Verkaufszahlen im Dezember brachte Chrysler aber mit 2,21 Millionen Autos drei Prozent weniger an den Kunden. Die Geländewagenmarke Jeep bei Chrysler zeigte sich indes auf Wachstumskurs. "Der anhaltende Erfolg der Jeep-Fahrzeuge unterstreicht den guten Ruf und die Marktführerschaft in diesem Segment", sagte Vertriebschef Gary Dilts. Mercedes legte im Dezember um gut ein Zehntel zu auf 21.288 Fahrzeuge und erreichte im Gesamtjahr ein Wachstum um 3,2 Prozent auf 213.225 Fahrzeuge.

Porsche auf der Verliererseite

Porsche auf der Verliererseite

Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche  setzte im Dezember mit 1387 Fahrzeugen in Nordamerika 22 Prozent weniger ab als ein Jahr zuvor. Im Gesamtjahr 2002 sei der Absatz in den USA und Kanada um sieben Prozent auf 22.511 Stück der Modelle 911 und Boxster gesunken, teilte Porsche in Stuttgart mit. Mit Blick auf die Markteinführung der dritten Modellreihe Cayenne am 15. März sei die Sportwagenschmiede aber für 2003 zuversichtlich.

Auch der Volkswagen-Konzern setzte im Dezember in den USA mit 25.865 Fahrzeugen gut fünf Prozent weniger Autos der Marke VW ab. Ein Jahr zuvor hatte der Konzern noch 28.363 Autos abgesetzt. Im Gesamtjahr sank der Absatz um knapp fünf Prozent auf 338.125 Einheiten.

Die Konzerntochter Audi indes konnte den Angaben zufolge ihren Absatz fast ein Fünftel auf 8282 Fahrzeuge steigern. Die Ingolstädter legten in den USA auch 2002 um 2,9 Prozent auf verkaufte 85.726 Einheiten zu.

"Die Dinge stehen nicht so schlecht"

Auto-Analysten warnten unterdessen vor alarmierenden Schlussfolgerungen wegen der hohen Rabatte der Hersteller. "Es hilft natürlich nicht ihrer Profitabilität, aber es ist auch keine dramatische Preisspirale", sagte der Analyst Scott Sprinzen von Standard & Poor's. "Die Dinge stehen nicht so schlecht, wie sie mit Blick auf die Rabatthöhen aussehen mögen."

Der harte Wettbewerb in der Branche dürfte seinen Schatten auch auf die am Sonntag beginnende Autoausstellung in Detroit werfen. Die Branche müsse wohl immer weiter restrukturieren, bis das Angebot sich der derzeit insgesamt eher schwachen Nachfrage anpasse, sagte David Cole vom Center for Automotive Research. "Und es wird einen enormen Druck geben, diese Anpassung zu erreichen."

Die Kunden würden zudem stark auf ihre finanziellen Möglichkeiten achten. "Die Bezahlbarkeit ist sehr, sehr wichtig für die Kunden gewesen", sagte auch Ford-Vertriebschef für Nordamerika Jim O'Connor.

Detroit Motor Show: Die Messeneuheiten der deutschen Hersteller

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