Hamburger Sparkasse Entscheidung nicht vor 2004

Die Haspa ist weiterhin an einer Übernahme der Vereins- und Westbank interessiert.

Hamburg - Die Hamburger Sparkasse (Haspa) überträgt ihr Bankgeschäft Mitte 2003 mit Wirkung zum 1. Januar 2003 auf die neu entstehende Hamburger Sparkasse AG. Mit dieser Rechtsform erhalte das Kreditinstitut im Wettbewerb größere Gestaltungsmöglichkeiten, sagte Vorstandssprecher Karl-Heinz Dreyer am Montag.

Die Ausgliederung schaffe die nötige Handlungsfähigkeit, um sich jederzeit angemessen auf Veränderungen im deutschen Bankenmarkt, insbesondere im Bereich der Sparkassenorganisation, einstellen zu können. So tue sich beispielsweise bei den Sparkassen im Hamburger Umland Einiges, sagte Dreyer.

Das Thema Berlin sei für die Haspa hingegen erledigt, ohne dass es von Berliner Seite aus offiziell erledigt worden sei, sagte Dreyer. Man habe Ende 2001 ein Konzept für die Neuaufstellung der Berliner Sparkasse vorgelegt, sei aber seit Mitte Februar 2002 nicht mehr von der dortigen Regierung angesprochen worden. Berlin wolle eben nicht die Berliner Sparkasse verkaufen, sondern eine Lösung für die Bankgesellschaft Berlin(BGB) finden, erklärte der Haspa-Vorstandssprecher.

Interesse zeigt die Haspa an der Vereins- und Westbank. Allerdings wolle sich die HypoVereinsbank  nicht von ihrer Tochter trennen, sagte Dreyer. Sollten HypoVereinsbank und Commerzbank  zusammengehen, könnte sich dies ändern. Diesen Schritt erwarte er aber nicht vor 2004. Bei der Fusion der Hamburgischen Landesbank und der Landesbank Schleswig-Holstein ist die Haspa laut Dreyer nicht engagiert. Vor allem die schleswig-holsteinischen Sparkassen hätten sich gegen eine Beteiligung der Haspa ausgesprochen. Das sei auch in Ordnung, sagte der Vorstandssprecher.

Stille Reserven heben

Die neue AG erhält nach Angaben Dreyers ein Eigenkapital von 1,7 Milliarden Euro. Die heutige Haspa bleibe als juristische Person alten hamburgischen Rechts bestehen und werde nach der Umstrukturierung als Kern der Haspa-Gruppe unter dem Namen Haspa Finanzholding ihre Aufgaben wahrnehmen.

Im Zuge der Ausgliederung des Bankgeschäftes wird die Haspa für das Jahr 2002 stille Reserven offen ausweisen und so einen gegenüber dem Vorjahr wesentlich höheren Jahresüberschuss erreichen. Damit die Haspa-Gruppe eine gute Eigenkapitalausstattung erhalte, würde ein Teil der bereits versteuerten stillen Vorsorgereserven aufgelöst und im vollen Umfang den offen ausgewiesenen Rücklagen zugeteilt. Nach vorläufigen Berechnungen sind es 200 Millionen Euro stille Reserven, sagte Dreyer.

Kirsten Bienk, VWD

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