Hugo Boss "Gefahr für Markenhersteller"

Der Chef des Nobelschneiders kritisiert die zunehmende Zahl von Rabatt-Aktionen.

Berlin - Der Vorstandschef des Bekleidungsherstellers Hugo Boss , Bruno Sälzer, sieht in den jüngsten Rabatt-Aktionen des Einzelhandels eine "Gefahr für Markenhersteller". Im Gespräch mit dem Berliner "Tagesspiegel" sagte er: "Die Konsumenten wissen nicht mehr, welcher Preis angemessen ist.

Das ist eine Spirale abwärts, die wir nicht mitmachen wollen." Deshalb tue das in Metzingen ansässige Unternehmen alles, um nicht in die Rabatt-Aktionen einbezogen zu werden, und verhandele darüber mit seinen Großkunden, sagte Sälzer in der Montagausgabe.

Viele Einzelhändler hatten den Kunden vor Weihnachten massive Vergünstigungen eingeräumt und angekündigt, dies im neuen Jahr fortsetzen zu wollen. Sälzer glaubt dagegen an ein baldiges Ende der Rabatt-Welle. "Das wird sich wieder beruhigen", sagte er.

In der Zielgruppe des Metzinger Modekonzerns sei derzeit zwar Geld vorhanden, es werde aber nicht ausgegeben, sagte Sälzer. "Für unsere Produkte braucht man ein optimistisches Lebensgefühl. Das ist derzeit nicht vorhanden." Im Rest Europas sei die Konsumstimmung deutlich besser. Die Flaute habe dazu geführt, dass der Boss-Umsatz in den ersten drei Quartalen dieses Jahres um sieben Prozent geringer gewesen sein als 2001.