Post Klage gegen den Bund

Das Unternehmen klagt gegen seinen Hauptaktionär und fordert einen schnellen Rückzug des Bundes.

Bonn - Die Deutsche Post AG hat eine Klage gegen ihren Hauptaktionär, den Bund, eingereicht. Aus einem Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden Klaus Zumwinkel berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vorab, die Klage richte sich gegen das Bundesfinanzministerium. Hintergrund seien zwischen den Parteien strittige Zinszahlungen.

Die EU-Kommission hatte das Unternehmen vor wenigen Monaten verpflichtet, unrechtmäßige Beihilfen samt Zinsen in Höhe von rund 850 Millionen Euro an die Bundesrepublik zurückzuzahlen. Nach Ansicht von Juristen der Post seien dabei nun nicht korrekt berechnete Zinsen in Höhe von 56 Millionen Euro seitens des Finanzministeriums ausgewiesen worden.

Schneller Rückzug des Bundes gewünscht

Darüber hinaus fordere Zumwinkel einen möglichst schnellen Rückzug des Bundes aus seinem Konzern, schreibt "Der Spiegel". Der Vorstandsvorsitzende hat demzufolge die Hoffnung geäußert, dass der Bund, der momentan ungefähr 68 Prozent der Aktien des Logistikunternehmens besitzt, seine Papiere bald verkaufen wird.

Spätestens bis 2007, wenn die Exklusiv-Lizenz der Post für das Briefgeschäft falle, soll dieser Schritt erfolgt sein. Auch kündigte Zumwinkel in dem Interview einen möglichen Börsengang der Postbank an. Er könne sich in zwei Jahren eine Postbank-Aktie gut vorstellen, äußerte er.