McDonald's Die Quartett-Lösung

Die Schließungswelle des Fast-Food-Riesen soll Deutschland nicht erfassen. Während im Nachbarland knapp ein Fünftel der Filialen geschlossen werden, will McDonald's hier zu Lande den Bestand sogar ausbauen - und einen neuen Look einführen.
Von Christian Buchholz

Hamburg - "Die Welt hat sich verändert, und wir müssen darauf reagieren", hatte McDonald's  Finanzchef Matthew Paull vor einem Monat angekündigt. Eine Schlankheitskur inklusive Schließung von 175 Restaurants weltweit wurde verkündet.

In welchen Ländern einige der insgesamt 30.000 Filialen weltweit geschlossen werden, hatte der US-Konzern allerdings offen gelassen. Tröpfchenweise sickerten dann doch Informationen durch: So fallen dem Restrukturierungsprogramm 15 Filialen in Taiwan und 13 der 96 bestehenden Filialen in Dänemark zum Opfer. Weiterhin soll in Lateinamerika und anderen asiatischen Ländern reduziert werden.

Wo die weiteren Filialen geschlossen werden, darüber schweigt sich die Konzernzentrale in Oak Brook (Illinois) hartnäckig aus. Das Gerücht, in Deutschland würden 20 der bestehenden knapp 1200 Häuser geschlossen, dementiert die deutsche Gruppe auf Nachfrage von manager-magazin.de allerdings.

Drei Viertel im Besitz von Franchise-Nehmern

Da weltweit drei Viertel der Restaurants im Besitz von Franchise-Partnern sind, muss sich der Konzern vor einer Schließung meist mit diesen einig werden.

Das stelle aber kein Problem dar, heißt es in Branchenkreisen: McDonald's und die betroffenen Lizenznehmer würden in aller Regel einvernehmlich über Schließungen entscheiden.

Neues Innendesign für McDonald's Deutschland: Variante "NewWorld"

Neues Innendesign für McDonald's Deutschland: Variante "NewWorld"

Neues Innendesign für McDonald's Deutschland: Variante "Country"

Neues Innendesign für McDonald's Deutschland: Variante "Country"

Neues Innendesign für McDonald's Deutschland: Variante "Generation"

Neues Innendesign für McDonald's Deutschland: Variante "Generation"

Neues Innendesign für McDonald's Deutschland: Variante "Americall"

Neues Innendesign für McDonald's Deutschland: Variante "Americall"


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Vorstandschef Jack Greenberg will mit dem neuen Restrukturierungsprogramm den Nettogewinn von 1,54 auf 1,91 Milliarden Dollar steigern. Im Rahmen des Programms will Greenberg binnen zwei Jahren allerdings auch bis zu 400 Millionen Dollar in die Modernisierung der bestehenden US-Restaurants investieren. Und auch in Deutschland soll ein neuer Look für McDonald's eingeführt werden.

Vier neue Design-Varianten - McDonald's Pilotprojekte

Vier neue Design-Varianten - McDonald's Pilotprojekte

Vor vier Wochen wurden in München vier neue Ausstattungsvarianten mit Pilotcharakter vorgestellt. Das neue Innendesign soll allerdings nicht im Hauruck-Verfahren, sondern "in fließendem Übergang", beispielsweise bei ohnehin anstehenden Renovierungen, bundesweit eingeführt werden, so die Sprecherin der Deutschland-Zentrale, Christiane Wörle, gegenüber manager-magazin.de.

Zu den Schließungsgerüchten in Deutschland sagte die Sprecherin: "Nichts dergleichen ist geplant - weder für das kommende Jahr noch langfristig." Ausnahme seien lediglich verkehrsbedingte Schließungen: "Wenn sich eine Straßenführung ändert, muss das betroffene Restaurant natürlich verlegt werden."

Und das kann bei einer Bebauungsdichte von einem Restaurant pro 20 Quadratkilometer schon mal vorkommen - allein seit Beginn 2001 entstanden in Deutschland etwa 150 neue Restaurants mit dem gelben Doppelbogen, erwartet werden auch im kommenden Jahr mehr als 50 Neueröffnungen.

Umsatz in einer Dekade fast vervierfacht

Eindrucksvoll ist auch der Anstieg des Jahresumsatzes in Deutschland: Von 1990 bis 2000 steigerte sich die Summe von 650 Millionen auf 2,2 Milliarden Euro. Weltweit verdoppelte sich gleichzeitig der Umsatz in der goldenen McDonald's-Dekade.

Obwohl die vergangenen zwei Jahre weltweit erstmals seit langem sinkende Erträge brachten, tobt in den USA ein harter Preiskampf zwischen Branchenführer McDonald's (Marktanteil 43 Prozent), Burger King (18,5 Prozent) und Wendy's & Co. (13,2 Prozent).

In Deutschland dagegen soll sich am Preisgefüge nichts Entscheidendes verändern. "Hier herrscht eine andere Wettbewerbssituation", so die McDonald's-Sprecherin. Schade, denn den US-Kunden werden aktuell bei allen genannten Schnellrestaurants One-Dollar-Menues geboten, die vergleichbaren kosten in Deutschland etwa die Hälfte mehr.

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