Freitag, 20. September 2019

Steuerlexikon Einkommensteuer

6. Teil: Wie hoch ist die Steuer?

Wie hoch ist die Steuer?

Der Einkommensteuertarif, aus dem die Einkommensteuertabellen und - durch Einarbeitung der für die Arbeitnehmer geltenden Freibeträge und Pauschbeträge - auch die Lohnsteuertabellen abgeleitet werden, ist das Kernstück des Einkommensteuergesetzes. Nach ihm richtet sich grundsätzlich die vom Steuerpflichtigen aus seinem Einkommen zu tragende Einkommensteuer (Lohnsteuer). Der Aufbau des Einkommensteuertarifs wird wesentlich dadurch bestimmt, dass die Steuerbelastung sowohl dem Finanzbedarf des Staates als auch - unter dem Gesichtspunkt der steuerlichen Gerechtigkeit und aus sozialen Gründen - der Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen angepasst sein muss.

Er ist wie folgt gestaltet:

  • Von dem zu versteuernden Einkommen bleibt ein Grundfreibetrag steuerfrei; er betrug für das Jahr 2000 6.902 € /13.804 € (Ledige/Verheiratete). Ab dem Jahr 2001 steigt der Grundfreibetrag auf 7.206 € /14.412 €, ab dem Jahr 2002 auf 7.235 € /14.471 €, ab dem Jahr 2003 auf 7.426 € /14.853 € und ab dem Jahr 2005 beträgt der Grundfreibetrag 7.664 € /15.329 €.
  • In der linear-progressiven Zone stiegen im Jahr 2000 die Steuersätze auf das über dem Grundfreibetrag liegende Einkommen von 22,9 Prozent auf 25 Prozent bei einem zu versteuernden Einkommen von 8.945 € /17.891 €, ab dem Jahr 2001 von 19,9 Prozent auf 23 Prozent bei einem zu versteuernden Einkommen von 9.249 € /18.498 € bzw. 9.251 € /18.503 € im Jahr 2002, ab dem Jahr 2003 von 17 Prozent auf 24,97 Prozent bei einem zu versteuernden Einkommen von 12.755 € /25.511 € und im Jahr 2005 von 15 Prozent auf 23,97 Prozent bei einem zu versteuernden Ein- kommen von 12.739 € /25.479 €.
  • In der anschließenden zweiten linear-progressiven Zone wurden die Einkommen im Jahr 2000 mit Steuersätzen zwischen 25 Prozent und 51 Prozent bei einem zu versteuernden Einkommen von 58.643 € /117.286 € erfasst. Ab dem Jahr 2001 mindert sich die Belastung auf eine Spanne zwischen 23 Prozent und 48,5 Prozent bei einem zu versteuernden Einkommen von 54.998 € /109.997 € bzw.55.007 € /110.015 € im Jahr 2002, ab dem Jahr 2003 zwischen 24,97 Prozent und 47 Prozent bei einem zu versteuernden Einkommen von 52.292 € /104.585 € und ab dem Jahr 2005 zwischen 23,97 Prozent und 42 Prozent bei einem zu versteuernden Einkommen von 52.151 € /104.303 €.
  • Im darauf folgenden Bereich (so genannte obere Proportionalzone) wird jeder Einkommenszuwachs gleich bleibend mit 51 Prozent (Jahr 2000), 48,5 Prozent (Jahre 2001/2002), 47 Prozent (Jahre 2003/2004) und 42 Prozent (ab dem Jahr 2005)besteuert.
In den beiden linear-progressiven Zonen steigt die Steuerbelastung des Einkommenszuwachses (Grenzbelastung) - mit unterschiedlicher Steigung - linear an. Sie ist in der oberen Proportionalzone konstant. Die Steuerbelastung im Verhältnis zum gesamten zu versteuernden Einkommen (Durchschnittsbelastung) steigt mit wachsendem Einkommen an und nähert sich für sehr hohe Einkommen dem Spitzensteuersatz.

Bei außerordentlichen Einkünften können zur Vermeidung von Härten, die sich infolge der Tarifprogression ergeben können, Tarifvergünstigungen in Anspruch genommen werden. Hierfür kommen insbesondere Einkünfte in Betracht, die einmalig zufließen (z. B. Entschädigungsleistungen, Arbeitnehmerabfindungen, Ausgleichszahlungen an selbständige Handels- und Versicherungsvertreter, betriebliche Veräußerungsgewinne sowie bestimmte Einkünfte aus einer mehrjährigen Tätigkeit). Die Tarifvergünstigung ergibt sich dadurch, dass die begünstigungsfähigen außerordentlichen Einkünfte durch fünf geteilt werden und die dann hierauf entfallende Steuer mit fünf multipliziert wird.

Bei Betriebsveräußerungs- oder Betriebsaufgabevorgängen kann alternativ dazu einmal im Leben der halbe durchschnittliche Steuersatz auf den darauf entfallenden Gewinn beantragt werden, wenn

  • der Steuerpflichtige das 55.Lebensjahr vollendet hat oder
  • der Steuerpflichtige im sozialversicherungsrechtlichen Sinne dauernd berufsunfähig ist und soweit der Gewinn 5 Mio. € nicht übersteigt.
  • In diesen Fällen ist jedoch mindestens der Eingangssteuersatz (mindestens also 19,9% im Veranlagungszeitraum 2002)anzusetzen.

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