DaimlerChrysler Idee von einem Befreiungsschlag

Kapitalerhöhung vorgeschlagen - Mitsubishi-Chef Eckrodt fordert mehr Geld aus Stuttgart.

Tokio – Nun sollte es endlich soweit sein: DaimlerChrysler  stockt seinen Anteil an Mitsubishi  auf hundert Prozent hoch. Anschließend solle der Konzern von der Börse genommen werden, schreibt die japanische Zeitung "Yomiuri Shinbun".

Doch dies sei "eine Falschmeldung", sagte Unternehmenssprecher Thomas Fröhlich im Gespräch mit manager-magazin.de. "Kurzfristig sieht DaimlerChrysler in dieser Frage keinen Handlungsbedarf", so Fröhlich weiter. Zwar habe sich Mitsubishi in den vergangenen beiden Jahren positiv entwickelt.

Bei Kostenreduktion und Schuldenabbau habe man aber noch nicht den Stand erreicht, den Jürgen Schrempp, Vorstandschef bei DaimlerChrysler, zur Voraussetzung für eine Aufstockung des Mitsubishi-Anteils gemacht habe. Das sei innerhalb der kurzen Zeitspanne allerdings auch nicht erwartet worden.

Eckrodt-Äußerung sorgt für Diskussionen

Die japanische Zeitung hatte den Misubishi-Präsidenten Rolf Eckrodt (60) mit den Worten zitiert, "Daimler würde einen höheren Anteil an Mitsubishi Motors begrüßen". In der Richtigstellung des Konzerns heißt es, Eckrodt habe vielmehr gesagt: "Ich würde eine Kapitalerhöhung in der Zukunft begrüßen. Diese sollte gemeinsam von unseren beiden Hauptaktionären durchgeführt werden."

Dabei sollten sich die Anteile der Aktionäre an Mitsubishi laut Eckrodts Vorschlag nicht verändern. "Solch eine gemeinsam getragene Kapitalerhöhung würde uns mehr finanzielle Flexibilität zum Schuldenabbau und für Investitionen in neue Produkte verschaffen. Allerdings ist eine solche Entscheidung nicht von mir sondern von den Großaktionären DaimlerChrysler und Mitsubishi Group zu treffen", so Eckrodt.

Viele Sparziele wurden früher als geplant erreicht

Gegenwärtig hält DaimlerChrysler 37,3 Prozent an dem japanischen Automobilhersteller, das Mitsubishi-Konglomerat verfügt über 27 Prozent der Anteile. Wie Eckrodt der Zeitung weiter sagte, wird DaimlerChrysler in jedem Fall fortfahren, Mitsubishi Motors finanziell kräftig zu unterstützen.

Eckrodt war im Herbst 2000 als CEO bei der 1970 gegründeten Mitsubishi Motors Corporation eingesetzt worden. Hinter Toyota , Honda , Nissan  und Mazda  belegt der Konzern auf dem japanischen Markt die fünfte Position. Viele Sparziele aus dem Turnaround-Plan des noch vor zwei Jahren hochverschuldeten Unternehmens wurden früher als geplant erreicht.

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