Argentinien Atempause

Der Internationale Währungsfonds verlängert die Rückzahlungsfrist für einen Millionenkredit.

Washington - Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat dem wirtschaftlich schwer angeschlagenen Argentinien eine kleine Atempause eingeräumt: Die am 22. November ablaufende Frist für die Rückzahlung eines 140 Millionen US-Dollar schweren Kredits solle verlängert werden, teilte die stellvertretende IWF-Chefin Anne Krueger am Donnerstagabend in Washington mit. Der IWF komme damit einer Bitte Argentiniens nach.

Zugleich betonte Krueger, die Verhandlungen mit dem argentinischen Wirtschaftsminister Roberto Lavagna über ein Abkommen mit dem IWF machten "Fortschritte", es seien jedoch noch einige Fragen offen. Zuvor hatte die Weltbank angekündigt, vorerst keine neuen Kredite an Argentinien zu vergeben, weil das tief verschuldete Land mit der Rückzahlung bedeutender Summen in Rückstand ist.

Lediglich Anzahlung von 79 Millionen Dollar

Sollte Argentinien die ausstehenden Zahlungen aus einem 805 Millionen-Dollar-Kredit nicht innerhalb von 30 Tagen überweisen, würden außerdem Gelder aus bereits gewährten Krediten eingefroren, erklärte die Weltbank in Washington. Bislang habe das Land lediglich eine Anzahlung von 79,2 Millionen Dollar geleistet. Die Überweisung der Gesamtschuld war am 15. Oktober fällig gewesen. Ihrer Satzung zufolge verhängt die Weltbank automatisch Sanktionen gegen Schuldner, die mehr als 30 Tage im Rückstand sind.

Die argentinische Regierung machte den Devisenmangel des Landes für den Zahlungsrückstand verantwortlich. Die Devisenreserven der Zentralbank würden bei einer vollen Rückzahlung des Kredits unter neun Milliarden Dollar und damit unter die Grenze fallen, die der IWF zur Wahrung der Währungsstabilität für unerlässlich hält, sagte Kabinettschef Alfredo Atanasof in Buenos Aires.

Im Dezember vergangenen Jahres hatte das hoch verschuldete Land bereits ein Zahlungsmoratorium mit seinen privaten Gläubigern geschlossen, bei denen es mit rund 50 Milliarden Dollar verschuldet ist.

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