Mobilcom Kandidat Picot sagt ab

Gerhard Picot ist aus dem Rennen. Dem Kölner Anwalt war vom Wirtschaftsministerium und Gerhard Schmid angeboten worden, das Aktienpaket des Konzerngründers zu übernehmen. "Mögliche Problemzonen" bewogen Picot zur Absage.
Von Christian Buchholz

Hamburg - Professor Gerhard Picot (57) hat es abgelehnt, Treuhänder für die Aktien des Mobilcom-Großaktionärs Gerhard Schmid zu werden. Gegenüber manager-magazin.de bestätigte Picot, dass sein Name im Gespräch gewesen sei. Sein Argument, abzulehnen: "Ich möchte mich nicht in eine Problemzone begeben."

Hinter der "Problemzone" steht ein Merger. Picot vertrat für den internationalen Kanzlei-Verbund Freshfields die Mobilcom AG beim Zustandekommen des Partnervertrages (Corporation Framework Agreement) mit der France Telecom im Jahr 2000. Die Kooperation wurde beschlossen, bevor Mobilcom für umgerechnet 8,4 Milliarden Euro eine UMTS-Lizenz ersteigert.

Aufgrund des Vertragswerks muss France Telecom heute für zumindest sieben Milliarden Euro Schulden von Mobilcom geradestehen.

Jetzt wird eine Trio-Variante diskutiert

France Telecom wurde bei den damaligen Vertragsverhandlungen von der Societät Bruckheimer vertreten. Doch die schloss sich wenig später mit Freshfields zusammen.

Zwar sahen Wirtschaftsministerium und Mobilcom-Gründer Schmid den möglichen Interessenkonflikt als nicht schwerwiegend an - dem Juristen war die gewünschte Konstellation aber offenbar zu heikel.

Nachdem seit Wochen ein Rettungskonzept für den Büdelsdorfer Mobilfunkkonzern Mobilcom  blockiert ist, wird jetzt eine neue Variante für die Treuhänder-Frage gehandelt: Zur Zeit wird Schmid offenbar angeboten, dass er drei Personen seiner Wahl als Vertreter im Aufsichtsrat benennen kann.

Neues Programm für Ex-RTL-Chef Thoma?

Nach Informationen von manager-magazin.de müssten diese drei Kandidaten nicht automatisch Treuhänder für das Aktienpaket von Schmid sein. Eine Sprecherin von Schmid wollte die Variante gegenüber manager-magazin.de nicht kommentieren.

Nach einer Meldung der "Financial Times Deutschland" wird Ex-RTL-Chef Helmut Thoma jetzt als Treuhänder-Kandidat gehandelt. Das Handelsblatt hebt einen "ehemals hochrangigen Bankenvorstand" aufs Kandidaten-Karussell. Die Schmid-Sprecherin sagte dazu, es sei "kein guter Stil", ständig neue Namen zu streuen. Die Verhandlungen zwischen Schmid und der Bundesregierung liefen aber "...gut und zügig. Es bewegt sich was", sagte die Sprecherin.

Vom Ergebnis der Verhandlungen hängt die Zukunft der angeschlagenen Mobilcom AG ab. Die Bundesregierung will das Telekommunikationsunternehmen zunächst mit weiteren 112 Millionen Euro unterstützen - sobald ein Treuhändervertrag von Schmid unterschrieben wird. Darin verpflichtet sich Schmid, sein Aktienpaket von mehr als 30 Prozent in die Verantwortung eines Treuhänders zu legen.

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