Dresdner Kvarnström wird Chef der "bad bank"

Die Allianz-Tochter Dresdner Bank lagert ihre Problemkredite in eine so genannte bad bank aus. Chef der neuen Einheit wird der Schwede Jan Kvarnström.
Von Georg Jakobs

Hamburg - Zumindest personell ist die Münchener Allianz  bei der Sanierung ihrer angeschlagenen Tochtergesellschaft Dresdner Bank einen Schritt weiter. Jan Kvarnström wird nach Informationen von manager-magazin.de Chef der so genannten "Institutional Restructuring Unit", einer rechtlich selbständigen Einheit, in der das marode Kreditgeschäft des Frankfurter Geldhauses abgewickelt werden soll.

Mit der Gründung der so genannten "bad bank" will die Allianz die verlustreichen Kreditengagements ihrer Tochter sanieren. Allein in den vergangenen beiden Jahren musste die Dresdner Bank mehr als vier Milliarden Euro ihrer Forderungen wertberichtigen.

Der 54 Jahre alte Kvarnström, verheiratet und Vater von drei Kindern, ist derzeit Senior Adviser und Investing Chairman der Private-Equity Firmen 3i und Bridley Capital Partners. Erfahrung im Abwickeln von faulen Krediten sammelte Kvarnström Mitte der 90er Jahre im Management der Securum. In diesem Unternehmen hatte die Nordbanken, das zweitgrößte Geldhaus Schwedens, ihr notleidendes Kreditgeschäft (Volumen: Sechs Milliarden Dollar) abgewickelt.

Das Kreditvolumen, das Kvarnström bei der Dresdner Bank abwickeln soll, beträgt bis zu 30 Milliarden Euro. Dazu gehören alle nichtstrategischen Kredite und die Problemkredite. Der Aufsichtsrat der Dresdner Bank muss in seiner Sitzung am 28. November der Personalie noch zustimmen. Kvarnström soll voraussichtlich später auch in den Vorstand der Dresdner Bank berufen werden.

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