Kaffee Die Entstehung eines Kaffee-Kartells?

Um den Preisverfall zu stoppen, vernichtet Mexiko 3,8 Millionen Kilo seiner Ernte.

Acapulco - Zur Stabilisierung der eingebrochenen Kaffeepreise haben mexikanische Bauern 3,8 Millionen Kilogramm Kaffeebohnen vernichtet. Die rund 63.000 Säcke mit Bohnen von minderer Qualität wurden am Sonntag in Acapulco zu Dünger verarbeitet.

Mit der Vernichtung habe Mexiko gezeigt, dass es zu seinen Abkommen mit mittel- und südamerikanischen Ländern stehe, sagte der Präsident des Mexikanischen Kaffeeausschusses, Roberto Giesseman. Im Rahmen der Internationalen Kaffeeorganisation, der 45 Export- und 18 Importländer angehören, hat sich Mexiko verpflichtet, seine Kaffeeausfuhren um fünf Prozent jährlich zu reduzieren.

Jährliche Überproduktion von acht Prozent

Der Kaffeepreis hat sich seit 1999 nahezu halbiert. Bei einer jährlichen Überproduktion von acht Prozent werden die Vorräte nach Prognosen von Marktexperten bis 2003 das Volumen einer Jahresproduktion erreichen.

Die Überproduktion ist zu weiten Teilen hausgemacht: So wurden in Brasilien etwa die Kaffeeanbau-Gebiete aus von Frost bedrohten Regionen verlagern. Dadurch steigerte das Land seinen Weltmarktanteil von 25 Prozent 1994 auf inzwischen 35 Prozent.

Export aus Vietnam deutlich gestiegen

Auch durch Hilfsprojekte der Weltbank ist zudem der Kaffee-Export aus Vietnam deutlich gestiegen – vor Kolumbien belegt Vietnam Platz zwei unter den Kaffee-Großanbietern.

Da aber beispielsweise in Äthiopien, Uganda, Kenia und Burundi die Produktion ebenfalls kaum abebbt und es unter den Ländern bisher kaum Volumen-Absprachen gab, entstand der gewaltige Überhang.

Kaffee-Zertifikat der Macquarie Bank

Sollten die Koordinationsbemühungen allerdings fruchten, könnte das auch für deutsche Investoren ein Anreiz sein. In den vergangen Monaten zog der Kaffeepreis aufgrund von Befürchtungen einer langen Trockenperiode in Brasilien und wegen der zunehmenden Absprachen über Export-Beschränkungen bereits an: Um mehr als ein Viertel seit Anfang August.

Die australische Macquarie Bank bietet ein Kaffee-Zertifikat auf dem deutschen Markt an, dass sich an einem US-Rohstoffindex (Commodities) orientiert: Dem Kaffee-Kontrakt für die Sorte Arabica an der amerkanischen Warenterminbörse CSCE (Coffee, Sugar and Cocoa-Exchange).