Mobilcom Schmid verkaufte Aktien

Aktienverkauf eingeräumt - Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid besitzt nur noch 32 Prozent der Anteile am Büdelsdorfer Unternehmen.

Büdelsdorf - Gerhard Schmid, Gründer und Großaktionär der Mobilcom AG , hat sein Aktienpaket an dem Mobilfunkunternehmen reduziert. Er habe nach seinem Ausscheiden als Vorstandschef im Juni dieses Jahres einen Teil seiner Aktien über die Börse verkauft, aktuell halte er noch 32 Prozent, ließ er am Montag durch seine Sprecherin mitteilen.

Schmid besaß zuvor mehr als 38 Prozent der Mobilcom-Anteile. Zusätzlich hält die Firma Millennium, die Schmids Ehefrau Sybille Schmid-Sindram gehört, eine weiteres Aktienpaket von mehr als fünf Prozent.

Die Höhe der Anteile Schmids spielt allerdings in der aktuellen Krise des Unternehmens keine maßgebliche Rolle. Der strittige Treuhänder-Vertrag würde sich nach den bisher vorliegenden Entwürfen über die Anteile Schmids und der Millennium erstrecken, also über mehr als 37 Prozent. Diese Anteile sollen von einem Treuhänder verwaltet werden. Frau Schmid hält privat ein weiteres Paket von weniger als fünf Prozent, das nicht Bestandteil des Treuhänder-Vertrags sein soll.

Wichtiger als die Höhe der Anteile ist die Finanzlage der Eheleute Schmid, über die öffentlich spekuliert wird. Ein Großteil der Aktien soll als Sicherheit bei Banken verpfändet sein. Schmid selbst hatte eingeräumt, dass er Aktien verpfändet hat, die Stückzahl jedoch offen gelassen. Die Bundesregierung und France Telecom fordern von den Schmids einen Betrag von mehr als 70 Millionen Euro zurück, die im Zuge eines umstrittenen Aktien-Optionsgeschäfts von Mobilcom zu Millennium geflossen sind. Dazu ist Schmid bislang nicht bereit.

Es wird wieder verhandelt

Unterdessen verhandeln Schmid und die Bundesregierung nach einer Denkpause über das Wochenende am Montag weiter über die Zukunft des Unternehmens. Dabei geht es um die strittigen Details des Vertrags, mit dem Schmid seine Aktien an einen Treuhänder übertragen soll. Das Unternehmen werde am Montag keinen Insolvenzantrag einreichen, sagte ein Mobilcom-Sprecher. Die Insolvenz steht bevor, wenn die Verhandlungen keinen Erfolg bringen.

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