Samstag, 7. Dezember 2019

TXU Getäuschte Nordlichter

Nach dem Verkauf des britischen Geschäfts an Eon zieht sich TXU auch aus Deutschland zurück.

Kiel - Auch in der Wirtschaft feiert der legendäre Satz von Konrad Adenauer "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern" regelmäßig fröhlich Urstände. Aktuelles Beispiel TXU: Als der amerikanische Energiekonzern vor zwei Wochen den Verkauf seiner Vertriebsaktivitäten in Großbritannien an die Eon-Tochter Powergen bekannt gab, betonte TXU-Vorstand Paul Marsh, dass der Deal keinen Einfluss auf die deutschen Aktivitäten der TXU Europe hätte.

Nun folgt die 180-Grad-Drehung. "TXU Europe möchte sich von seinen Beteiligungen in Deutschland trennen", teilte Willem Smit, Geschäftsführer für Kontinentaleuropa, am Mittwoch mit. TXU ist mit 51 Prozent an den Kieler Stadtwerken und mit 74,9 Prozent an der Braunschweiger Versorgungs-AG beteiligt. Außerdem wolle TXU auch die Berliner Tochtergesellschaft Ares verkaufen.

Was von Smits Ankündigung zu halten ist, dass sein Unternehmen eine schnelle und einvernehmliche Lösung anstrebe, wobei aber kein Zeitdruck bestehe, mag jeder der Betroffenen selbst entscheiden.

Obwohl die "Kieler Nachrichten" bereits am Dienstag über einen Ausstieg von TXU spekuliert hatten, wird das Unternehmen auf der Internetseite der Kieler Stadtwerke am Mittwochabend wie folgt charakterisiert: "Mit dem Verkauf von 51 Prozent der Stadtwerke Kiel an TXU hat die Stadt Kiel im Juli 2000 eine strategisch weitreichende Entscheidung getroffen. Seit 2001 steht nunmehr ein international erfahrener, starker Partner an der Seite der Stadtwerke Kiel."

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