Sonntag, 21. April 2019

Deutsche BA Auf dem Weg zu EasyJet

Die zweitgrößte deutschen Airline spürt den Druck der neuen Billigflieger - und verliert Umsatz.

München - Der Preiskampf der Billigflieger beschert der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Deutsche BA sinkende Umsätze.

Wegen der niedrigeren Ticketpreise seien die Erlöse in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2002/03 (31. März) von 180,6 auf 146,3 Millionen Euro gesunken, sagte DBA-Chef Adrian Hunt am Dienstag in München. Beim Umbau zu einem Niedrig-Kosten-Anbieter liege man damit aber im Plan. "Wir sind gut unterwegs."

Passagierzahl gestiegen – Umsatz gesunken

Der Verlust sei wegen deutlich niedrigerer Kosten trotz der Umsatzeinbußen reduziert worden. Die Zahl der Passagiere auf den sieben innerdeutschen Strecken stieg um 13 Prozent auf knapp 1,5 Millionen Kunden.

Der Druck der Konkurrenz auf die Deutsche BA nimmt zu . Wie der kaufmännische Direktor Rudolf Hengefeld andeutete, kann der neue Konkurrent Germanwings, an dem die Lufthansa Börsen-Chart zeigen beteiligt ist, zur Bedrohung werden.

"Wir stellen uns gerne einem fairen Wettbewerb. Aber dieser muss auch gewährleistet sein", sagte Hengefeld. Germanwings sei nach seiner Einschätzung ein reiner Ableger der Lufthansa. Es sei schwierig zu beurteilen, wie sich dadurch das Wettbewerbsumfeld verändere.

Easyjet schaut DBA über die Schulter

Angesichts der Entwicklung im ersten Halbjahr stellte Hengefeld die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr in Frage. Ursprünglich hatte die Deutsche BA einen Anstieg der Erlöse von 334 auf 355 Millionen Euro angekündigt. "Das wird schwer zu erreichen sein", räumte Hengefeld ein. Er und Hunt wollten nicht sagen, wie hoch der Verlust im ersten Halbjahr war.

Von den Fortschritten auf dem Weg in die Gewinnzone wird abhängen, ob die Deutsche BA im kommenden Jahr vom europäischen Marktführer Easyjet Börsen-Chart zeigen übernommen wird.

EasyJet besitzt eine Kaufoption, die bis spätestens August 2003 eingelöst werden muss. "Das Verhältnis zu EasyJet ist sehr gut", sagte Hunt. EasyJet könne wöchentlich die Entwicklung bei der Deutschen BA überprüfen.

Luftfahrt-Preiskrieg: Das Imperium schlägt zurück

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