Telekom Top-Kandidaten gefunden?

Wer wird Nachfolger von Ron Sommer? Hans-Dietrich Winkhaus ist mit fünf Chef-Anwärtern im Gespräch. Eine Entscheidung soll offenbar noch in diesem Jahr fallen.

Berlin - Bei der Suche nach einem neuen Telekom-Chef sind noch fünf Kandidaten im Rennen. Das sagte Aufsichtsratschef Hans-Dietrich Winkhaus dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL.

Er habe insgesamt mit neun Bewerbern gesprochen, fünf seien nun in die engere Wahl gekommen. Er sei deshalb "sehr zuversichtlich, dass wir spätestens im Dezember einen Top-Kandidat bestimmen werden."

Nach Angaben aus Koalitionskreisen in Berlin soll die Entscheidung über den Spitzenposten des Unternehmens bereits im November fallen. Wirtschafts- und Arbeitsminister Wolfgang Clement und Bundesfinanzminister Hans Eichel (beide SPD) dementierten einen Bericht der "Welt am Sonntag" (WamS), wonach sich Clement im Auftrag von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD)- der Bund hält 43 Prozent der Aktien - in die Suche nach einem Telekom-Chef einschalten solle.

Auch der ehemalige Bertelsmann-Manager Hans-Roland Fäßler, der nach Angaben der "WamS" mit der Nachfolge-Suche beauftragt wurde, bestritt die Darstellung des Blatts entschieden.

Winkhaus wies indes die Kritik am Ablauf der Nachfolger-Suche für den im Juli zurückgetretenen Ron Sommer zurück: "Diskreter, besser und schneller kann man die Sache kaum machen, als sie bei uns abläuft."

Zudem wehrte er sich gegen Vermutungen, der Aufsichtsrat habe sich längst auf einen internen Kandidaten geeinigt und betreibe lediglich eine Scheinsuche, bei der immer neue Kandidaten ins Spiel gebracht würden. "Es gibt keine Festlegung, ob es ein interner oder externer Kandidat sein soll", sagte der Aufsichtsratschef.

Seit Wochen kursieren in den Medien immer neue Namen potenzieller Anwärter für den Job an der Telekom-Spitze. Bislang hat die Deutsche Telekom (Kurswerte anzeigen) offiziell keinen Kandidaten benannt. Seit der ehemalige Telekom-Chef Ron Sommer gegangen ist, steuert der ehemalige Aufsichtsratschef Helmut Sihler das Unternehmen kommissarisch.

Presseberichten zufolge mehren sich jedoch die Anzeichen, dass eine interne Lösung favorisiert wird. So gilt T-Mobile-Chef Kai-Uwe Ricke als aussichtsreichster Kandidat.

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