Spar Unverkäufliche Kaufläden

Keiner will die 350 Supermärkte des Handelskonzerns kaufen. Jetzt läuft die Zeit weg.

Hamburg – Der geplante Verkauf von 350 Supermärkten ist offenbar ins Stocken geraten. Wie die "Süddeutsche Zeitung" am Dienstag schreibt, findet Spar-Chef Fritz Ammann für die 200 Eurospar-Läden und die 150 unter dem Logo der Mutter Intermarché laufenden Supermärkte keinen Käufer. "Wir suchen noch nach Lösungen", gestand eine Sprecherin von Spar gegenüber der Zeitung das offensichtliche Scheitern eines Komplettverkaufs ein.

Nach Angaben der "Süddeutschen" wird auch erwogen, die Märkte an die jeweiligen Geschäftsführer zu veräußern. Allerdings stünde die aktuelle Konjunkturschwäche einer schnellen Abwicklung im Wege. Spar bezeichnet die Pläne lediglich als einen "Wechsel des Betreiberkonzepts", da man weiter als Großhändler engagiert bleibe. Außerdem wolle man weiter als Discounter aktiv bleiben. Damit hat sich der vermutete Verkauf der Discount-Tochter Netto an die Edeka-Gruppe offenbar zerschlagen.

Ob Spar seine Sanierungspläne weiterverfolgen kann, hängt natürlich vom Durchhaltewillen des Mutterkonzerns Intermarché ab. Bislang kostete die Franzosen das deutsche Abenteuer rund 1,3 Milliarden Euro, für 2002 wird bei Spar ein Minus von 120 Millionen Euro erwartet.

Einige Spitzenmanager mussten bereits ihren Hut bei Intermarché nehmen. Jetzt soll eine schnelle Lösung für das Engagement im Nachbarland gefunden werden. Statthalter Ammann hat also nicht mehr viel Zeit, seine Verlustbringer loszuwerden.

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.