Klöckner & Co. Balli zeigt Reue

120 Millionen, vor einem Jahr aus der Konzernkasse verschwunden, will Balli nun zurückzahlen.

Duisburg – Ist es ein Schuldeingeständnis? Die Londoner Balli-Gruppe will bis Ende Oktober die seit Monaten "verschwundenen" 120 Millionen Euro aus der Konzernkasse des Duisburger Werkstoffhändlers Klöckner & Co (KlöCo) zurückzahlen.

Die Balli Group, vertreten durch die Brüder Hassan, Vahid und Nasser Alaghband, hatte eine 94,5-Prozent-Beteiligung an KlöCo Mitte Oktober vergangenen Jahres für 286 Millionen Euro vom Energiekonzern Eon  übernommen.

Die Summe konnte Balli allerdings nur aufbringen, indem das Vermögen von KlöCo angegriffen wurde – so lautet der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Die restlichen 5,5 Prozent an KlöCo gehören der WestLB. Die Financial Times Deutschland hatte am Montag gemeldet, dass die WestLB der Balli Group ein Ultimatum für die Überweisung der Summe gesetzt habe – zum Monatsende.

Solider Gesellschafter gesucht

Mittags erklärte die Balli Group dann, die 120 Millionen Euro würden zurückgezahlt. Das bestätigte ein Sprecher der WestLB gegenüber Reuters.

Ein Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft sagte, eine Wiedergutmachung des Schadens werde die Ermittlungen gegen die Vorstände des Klöckner-Eigentümers Balli und ehemalige Klöckner-Manager positiv beeinflussen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen schwerer Untreue und schweren Betrugs gegen die Brüder Alaghband sowie gegen die Ex-KlöCo-Vorstände Raimund Müsers und David Spriddell.

Trotz der eiligen Ankündigung der Balli-Group, die 120 Millionen Euro zurückzuzahlen, ist KlöCo-Vorstandschef Derrick Noe offenbar nicht besonders glücklich mit der Besitz-Verteilung. Gegenüber der FTD sagte Noe: "Ich wünsche mir für KlöCo einen soliden, zuverlässigen Gesellschafter, der auch in der Vergangenheit nachhaltig bewiesen hat, dass er seriös ist."

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