Lukoil Tochterfirma gegründet

Die Russen haben offenbar Interesse an 460 Tankstellen der fusionierten BP/Aral-Gruppe.

Hamburg - Seit Jahren gewinnen die Öl-Konzerne Russlands an Macht, und keiner ist mächtiger als Lukoil . Jetzt hat der Gigant die Vorbereitungen getroffen, um seinen Einfluss auch für deutsche Autofahrer spürbar zu machen.

Eine Tochterfirma des russischen Mineralkonzerns gibt es bereits, auch ein Geschäftsführer ist bestimmt worden. Sitz der Lukoil GmbH ist Hamburg, zum Chef wurde einem Bericht der "Welt" zufolge Gijsbert Arie van der Spek ernannt. Vieldeutig klingt der Geschäftszweck, der im Handelsregister eingetragen wurde: "die Durchführung jeglicher Aktivitäten im Hinblick auf den Handel mit Mineralöl und Mineralölprodukten".

Hinter der allgemeinen Formel verbergen sich der Tageszeitung zufolge sehr konkrete Absichten: Lukoil wolle etwa 460 Tankstellen der Marken BP und Aral kaufen. Damit wäre Lukoil der erste große Energiekonzern Russlands, der im deutschen Tankstellenmarkt aktiv wird. Unklar ist derzeit noch, ob die Tankstellen dann unter dem Markennamen Lukoil firmieren würden.

Lukoil galt schon länger als Favorit

Offiziell wurde der Bericht zunächst nicht bestätigt. Gleichwohl gilt Lukoil seit längerem als Favorit im Rennen um die norddeutschen Tankstellen von BP und Aral.

Als der britische Konzern Aral geschluckt hat, machte das Bundeskartellamt zur Bedingung, dass er sich von insgesamt 800 Tankstellen sowie der Ingolstädter Raffinerie Bayernoil trennen muss. Bereits Anfang Oktober hatte die WAZ berichtet, dass viele Zeichen auf einen Interessenten aus Russland deuten.

"Südpaket" mit 340 Tankstellen

Zusätzlich zu den 460 Nord-Tanken, die Lukoil kaufen könnte, steht ein so genanntes "Südpaket" mit 340 Tankstellen zum Verkauf. Auch hier sollen russische Konzerne wie Taftnet zu den aussichtsreichsten Interessenten gehören.

Unabhängig von einem Einstieg der Russen werden die grünen BP-Tankstellen demnächst aus dem deutschen Straßenbild verschwinden. Die neue BP/Aral-Gruppe wird das gesamte Netz auf die blauen Aral-Tankstellen umstellen.

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