Mobilcom Zahlt Paris alles?

Der französische Großaktionär France Telecom dementiert die Gerüchte, die kompletten Schulden der Büdelsdorfer übernehmen zu wollen.

Paris/Düsseldorf – France Telecom  hat Medienberichte dementiert, die am Freitag behauptet hatten, dass die Franzosen die kompletten Schulden des Büdelsdorfer Telefonunternehmens Mobilcom  übernehmen werden. Der Pariser Konzern wies die Gerüchte um einen Schuldenerlass "entschieden" zurück. Zu Handelsbeginn hatte die Mobilcom-Aktie im Zuge der Spekulationen zeitweise um über 90 Prozent zugelegt.

Das "Handelsblatt" hatte berichtet, der Vorstand von Mobilcom habe sich mit France Telecom weitgehend auf einen Schuldenerlass von rund 7,5 Milliarden Euro geeinigt. Die Vereinbarung sehe vor, dass Mobilcom rund 485 Millionen Euro dafür erhalte, den UMTS-Netzaufbau einzufrieren

Zudem werde France Telecom das UMTS-Darlehen von 4,7 Milliarden Euro, Gesellschafterkredite von 1,01 Milliarden Euro sowie offene Forderungen der Netzausrüster Nokia und Ericsson über insgesamt rund 1,22 Milliarden Euro übernehmen. Im Gegenzug verpflichte sich Mobilcom dem Bericht zufolge, keine Schadenersatzansprüche gegen die France Telecom aus dem Kooperationsvertrag zu stellen.

In den kommenden zwei Wochen solle ein entsprechendes "Memorandum of Understanding" zwischen den Vertragsparteien unterzeichnet werden. Unklar sei allerdings noch, ob Hauptaktionär Gerhard Schmid der Regelung zustimme. Die Vereinbarung müsse zudem noch auf einer außerordentlichen Hauptversammlung von Mobilcom genehmigt werden, die voraussichtlich Mitte Dezember stattfinde.

Unterdessen soll Mobilcom bereits mit E-Plus über die Auflösung der UMTS-Roaming-Verträge verhandeln. Wie die Nachrichtenagentur VWD berichtet, würden sich beide Unternehmen bereits in Gesprächen befinden.

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