Fiat/Opel Die Verhandlungen laufen

Fusion als Rettung? Die europäischen Ableger von General Motors kommen nicht aus der Krise.

Turin/Rüsselsheim - Nach Angaben der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ) wird in den italienischen Medien darüber spekuliert, ob eine Fusion von Opel und Fiat  nicht vorgezogen werden könne. Die Vorteile werden in einer gemeinsamen Sanierung von Opel und Fiat gesehen, schreibt die FAZ in ihrer Freitagausgabe.

Die Zeitung bezieht sich auf den Mailänder "Corriere della Sera", der kolportiert, dass General Motors (GM)  bereits mit dem Fiat-Management über einen Zusammenschluss mit dem Rüsselsheimer Autobauer verhandelt.

Von italienischer Seite hatte aber bereits Umberto Agnelli am Mittwoch festgehalten, dass ein vorzeitiger Verkauf der Anteile an Fiat Auto nicht anstehe. Der Fiat-Konzern hat laut eines Vertrags mit GM das Recht, zwischen 2004 und 2009 den 80-Prozent-Anteil an der Autosparte an die Amerikaner zu verkaufen. 20 Prozent befinden sich bereits im Besitz von GM. Weiterer Bestandteil des europäischen GM-Verbunds ist der schwedische Autobauer Saab.

Eisenbahnlinien und Autobahnen blockiert

Tausende von Fiat-Arbeitern hatten am Donnerstag gegen die Pläne des Industrie- und Autokonzerns protestiert, mehr als 20 Prozent der Beschäftigten der defizitären Auto-Sparte in Italien zu entlassen. Anleger und Analysten befürchten dagegen, dass der Stellenabbau nicht ausreicht, um die Krise des Unternehmens zu überwinden.

Die Angestellten des einst größten europäischen Autoherstellers blockierten Eisenbahnlinien und Autobahnen. Sie forderten vom Management und der Regierung die Stellenabbaupläne zurückzunehmen oder sie zumindest abzumildern. Fiat hatte am Mittwoch die zeitlich befristete Entlassung von 7600 Mitarbeitern angekündigt. Bei Fiat Auto sind etwa 35.000 Menschen beschäftigt.

Banker und Anwälte hoffen auf den Merger

Unter Berufung auf Fiat-nahe Kreise vermutet die FAZ hinter den jüngsten Spekulationen über einen Zusammenschluss der Italiener mit Opel Banken und Rechtsanwälte. Diese könnten den "Versuchsballon" gestartet haben, um als Berater von neuerlichen Verhandlungen finanziell zu profitieren.

Experten halten laut des Zeitungsberichts eine Einhaltung des Zeitplans vor allem deshalb für sinnvoll, weil dann die schmerzhaften, aber notwendigen Umstrukturierungen noch unter der Regie der Agnellis abgewickelt werden könnten. GM würde also erst nach der Kernerarbeit bei Fiat endgültig die Zügel übernehmen.

Opel will aus eigener Kraft den Turnaround schaffen

Opel-Chef Carl-Peter Forster hat ebenfalls keine Eile, in eine Ehe mit Fiat zu flüchten. Hat er doch gerade die zweite Phase seines Masterplans zur Rettung von Opel eingeläutet und eine Modelloffensive angekündigt Forsters Hoffnungslauf . Die angeschlagene Marke mit dem Blitz auf dem Kühlergrill hat einen Image-Schub auch bitter nötig.

In rund drei Jahren will Forster den seit Jahren tiefroten Autobauer wieder als einen modernen Anbieter in Europa etabliert haben. Kein leichtes Unterfangen: Opel büßte in Deutschland seit Jahren Marktanteile ein. Vor allem die französische Konkurrenz von Peugeot und Renault wilderte erfolgreich im Revier der Rüsselsheimer.

Auch die erhofften Erfolge im Motorsport – das Beispiel ist hier das Silberpfeil-Image von Mercedes – blieben aus. In der DTM fuhren die Opel-Piloten meist den TT-Rennern von Audi und den CLK-Boliden von DaimlerChrysler  hinterher.

Opel: Der Masterplan von Primus Carl-Peter Forster 

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