Gerling Unter Zeitdruck

Bis zum 21. Oktober müssen die Kölner einen Investor für die Globale Rück gefunden haben.

Hamburg - Der Gerling-Konzern sucht nach einem Zeitungsbericht in letzter Minute internationale Investoren, die einen Kern des Rückversicherungsgeschäfts der in Bedrängnis geratenen Gruppe übernehmen wollen. Finden sich bis Ende nächster Woche keine Geldgeber, will Gerling nach Informationen der "Financial Times Deutschland" die Rückdeckung von Schaden- und Unfallversicherern sofort einstellen.

Die Lebens-Rückversicherung sei davon nicht betroffen. Für die Übernahme dieses Geschäfts, das ein Viertel des Umsatzes von 5,9 Milliarden Euro ausmacht, gebe es mehrere Anwärter, darunter die Hannover Rück, heißt es in der Donnerstagsausgabe der Zeitung.

Derzeit verhandeln Vorstände des sechstgrößten Rückversicherers der Welt in London mit Investmentbanken, Risikokapitalgebern und Versicherern aus den USA, Bermudas und Großbritannien. "Das Management hat potenziellen Investoren ein plausibles Konzept vorgelegt", zitiert die Zeitung einen Londoner Versicherer.

Showdown bis Ende nächster Woche

Allerdings stünden die Unterhändler unter ungeheurem Zeitdruck. Die Gerling Globale Rück müsse vor den alljährlichen Verhandlungsrunden von Rückversicherern und Versicherern am 21. Oktober in Baden-Baden Partner gefunden haben. "Sonst ist das Unternehmen nicht mehr zeichnungsfähig", sagte der Versicherer.

Gegenüber der Nachrichtenagentur VWD bestätigte ein Konzernsprecher den Zeitungsbericht. Der Gerling-Konzern werde das Rückversicherungsgeschäft für die Nichtlebensparten einstellen, falls die Suche nach einem Investor für die Globale Rückversicherung bis Ende nächster Woche erfolglos bleibt.