Rekordstrafe Urteil bringt Konzern ins Wanken

Der Tabak-Konzern Philip Morris soll 28 Milliarden Dollar an eine Raucherin zahlen.

Los-Angeles - Die Klägerin Betty Bullock macht den Konzern für ihre Tabak-Abhängigkeit verantwortlich. Mit 17 habe sie angefangen zu rauchen, jetzt sei Lungenkrebs festgestellt worden. Philip Morris habe es versäumt, sie vor den Risiken des Rauchens zu warnen, gab sie an. Eine Argumentation, der die Geschworenen in Los Angeles offenbar folgten. Der Tabak-Konzern kündigte umgehend Berufung an, sollte das nicht möglich sein, verlange man Reduzierung der Strafe.

Das Gericht hatte Philip Morris bereits in der vergangenen Woche zu einer Schadenersatzzahlung über 850.000 Dollar an die Frau aus Newport Beach in Kalifornien verurteilt.

Bei der jetzt von der Jury angeordneten Strafe von 28 Milliarden Dollar handelt es sich um eine so genannte Strafentschädigung. Damit können nach amerikanischem Recht Unternehmen zusätzlich bestraft werden, um sie damit von weiteren Vergehen abzuhalten.

Philip-Morris-Aktien fielen an der Wall Street im Nachmittagshandel binnen kurzem um fast fünf Prozent. Wall-Street-Beobachter verwiesen darauf, dass der Betrag von 28 Milliarden Dollar größer ist als der Gesamtwert aller Handelsaktivitäten von Philip Morris in den USA. Der Gesamtkonzern hat nach derzeitigen Aktienkursen einen Börsenwert von 83,5 Milliarden Dollar.