Allianz "Werden nicht in die Falle laufen"

Vorstandschef Schulte-Noelle weist Gerüchte über eine Kapitalerhöhung erneut zurück. Die Aktienquote des Konzerns ist nach Worten des Vorstandschefs weiter gesunken.

Zürich - Der Vorstandsvorsitzende der Allianz , Henning Schulte-Noelle, hat bekräftigt, dass die Allianz derzeit keine Kapitalerhöhung plane. "Eine Kapitalerhöhung steht im Moment nicht auf unserer Tagesordnung", sagte der Chef des Versicherungskonzerns im Gespräch mit der Schweizer Zeitung "Finanz und Wirschaft". Mitte September hatte der Konzern bereits entsprechende Gerüchte zurückgewiesen, nachdem andere Versicherer wie die Swiss Life und Zurich Financial Services angekündigt hatten, sich auf diese Art Kapital beschaffen zu müssen.

Aktienverkäufe, wie sie derzeit vor allem von Lebensversicherern betrieben werden, stünden ebenfalls zur Zeit nicht im großen Stil zur Debatte: "Die Allianz-Gruppe wird nicht in die Falle laufen, den Aktienanteil zu sehr herunterzufahren, um der Entwicklung hinterher zu laufen, wenn der Markt dreht", erklärte Schulte-Noelle.

Aktienquote derzeit unter 20 Prozent

Insgesamt glaube er, "dass das Ausmaß, in dem deutsche Lebensversicherer zurzeit Aktien verkaufen, überschätzt wird". Man komme an einen Punkt, an dem Aktienverkäufe auf Kennziffern wie das Jahresergebnis "nicht mehr wirklich durchschlagen". Die Aktienquote des Konzerns habe zur Jahresmitte "knapp unter 20 Prozent" gelegen, erklärte Schulte-Noelle. Wegen der aktuellen Kursentwicklungen liege sie derzeit "noch darunter".

Nach Ansicht des Versicherungschefs werden die Aktienmärkte in den kommenden Monaten seitwärts tendieren. "Im kommenden Jahr werden wir im Jahresverlauf wieder bessere Kurse sehen", erklärte Henning Schulte-Noelle. Das derzeitige Kursniveau sei "realwirtschaftlich nicht zu erklären", urteilte er. Der Markt könne "nicht mehr so weit vom Boden entfernt sein".

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