Wal-Mart Frustrierte Marktleiter

In Deutschland hat die Supermarktkette offenbar massive Probleme, ihr Top-Personal zu halten.

Wuppertal - "So viele Bewerbungen von Wal-Mart-Leuten hatten wir noch nie", zitiert die "Lebensmittelzeitung" den Chef eines Wettbewerbers. Die Unzufriedenheit in der Wal-Mart-Führungsetage hat dem Fachblatt zufolge ein kritisches Ausmaß erreicht. Bei Marktleitern und mittleren Managern sei die Missstimmung so groß, dass rund 30 Prozent aktiv versuchten, einen neuen Job zu finden.

Den jüngsten Abgängen des Vertriebschefs Hubertus Rick und eines Einkaufsleiters dürften demnach weitere Kündigungen folgen, prognostiziert die Zeitung, die sich auf mehrere, nicht näher genannte Unternehmensquellen und neutrale Insider beruft. Nicht nur unter Führungskräften der übernommenen, früheren Wertkauf-Häuser sei der Wunsch zum Wechsel groß.

Die Gründe für die Frustration seien vielfältig: So zahle der Konzern im Branchenvergleich unattraktive Gehälter, verlange aber zugleich, dass Marktleiter - wie in den USA üblich - möglichst alle ein bis zwei Jahre eine neue Filiale übernehmen. Vielen Managern der zweiten Ebene sei nach wie vor unklar, welche Strategie Wal-Mart in Deutschland eigentlich verfolge.

Dass die Umsätze selbst in einstigen Parade-Einkaufshäusern rückläufig seien, drücke weiter auf die Motivation. Zudem sei die Qualität der verkauften Waren in der letzten Zeit augenfällig gesunken. Wenn der US-Konzern nicht eiligst eine Therapie für diese Krankheiten finde, zitiert die "Lebensmittelzeitung" einen Unternehmensberater, dann bleibe Wal-Mart wohl nur eines: der Rückzug aus Deutschland.

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